{"id":959,"date":"2021-07-13T23:49:54","date_gmt":"2021-07-13T23:49:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=959"},"modified":"2021-07-18T11:39:22","modified_gmt":"2021-07-18T11:39:22","slug":"gnadenlose-gesetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=959","title":{"rendered":"Gnadenlose Gesetze"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Odyssee um ein schwer verletztes Rehkitz<\/strong>  \u2013    uns erreicht  Ein Brief, der auch unser Ressort ber\u00fchrt. Rehe sind ja faktisch ziemlich artgerecht gehaltene Nutztiere. Das Schreiben lautet: An einem Samstagnachmittag Anfang Juni ereignete sich im Gemeindegebiet Hart bei Graz in unmittelbarer Grenzn\u00e4he zur Gemeinde Kainbach ein tragisches Ungl\u00fcck. Ein M\u00e4hdrescher verletzte ein in der Wiese liegendes Rehkitz schwer an den Hinterbeinen. Das Muttertier konnte fl\u00fcchten, das Rehkind blieb schreiend zur\u00fcck. Eine Anrainerin wurde auf das Geschehen aufmerksam, das bei vorheriger Nachsicht der ohnedies nicht besonders gro\u00dfen Sommerwiese wohl vermeidbar gewesen w\u00e4re.<br>Sie setzte einen Polizeinotruf ab, wobei ihr der dortige Beamte versicherte, die zust\u00e4ndige Jagdaufsicht von Hart bei Graz zu verst\u00e4ndigen und sich danach r\u00fcckmelden wird.<br>Besagte Anrainerin bat mich als Nachbarin um weiteren Rat, da der versprochene R\u00fcckruf der Polizei auf sich warten lie\u00df und nat\u00fcrlich jede weitere Minute unendlich lang erschien. Zun\u00e4chst wurde das verletzte Rehkitz, das nun bei extrem hohen Temperaturen in der prallen Sonne lag, auf einem Grasbett in den Schatten verfrachtet. Bei einem neuerlichen Anruf bei der Polizei wurde mitgeteilt, dass sie noch keinen zust\u00e4ndigen J\u00e4ger erreichen konnten, aber weiter bem\u00fcht sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da es mir dringend erschien, dass dieses schwer verletzte Lebewesen m\u00f6glichst schnell von seinen Leiden erl\u00f6st wird, rief ich einen mir bekannten Jagdscheinbesitzer an der im Gemeindegebiet von Kainbach leb und durch die geringe Wohndistanz sehr rasch h\u00e4tte zur Stelle sein k\u00f6nnen. Dieser winkte jedoch ab, und erkl\u00e4rte mir, dass er nicht einfach einem Tier in einem fremden Revier den Gnadenschuss geben kann und unbedingt die zust\u00e4ndige J\u00e4gerschaft hier einschreiten muss. Meine Nachbarin probierte es beim Verein \u201ekleine Wildtiere in gro\u00dfer Not\u201c und bekam ebenfalls die Auskunft, dass sie ohne Wissen der zust\u00e4ndigen J\u00e4gerschaft nichts f\u00fcr das Tier tun k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch immer kein&nbsp; R\u00fcckruf der Polizei, dass ein zust\u00e4ndiger J\u00e4ger gefunden wurde. Ich versuchte den Tier\u00e4rztenotdienst zu erreichen. Leider hatte eine Ordination am anderen Ende der Stadt Bereitschaft. Eine weite Autofahrt mit dem verletzten Wildtier schien mir auch bedenklich. So rief ich eine mir bekannte Tier\u00e4rztin an, die auch Hausbesuche macht, und bat, ob sie rasch kommen k\u00f6nne, um das Tier einzuschl\u00e4fern. Sie zeigte sich verst\u00e4ndnisvoll, dass rasch gehandelt werden muss, verwies zun\u00e4chst aber auch auf die Zust\u00e4ndigkeit der J\u00e4gerschaft. Als ich ihr erkl\u00e4rte, dass bis jetzt kein befugter J\u00e4ger erreichbar war, bot sie an, das Tier einzuschl\u00e4fern wenn sie vom diensthabenden Amtstierarzt die Genehmigung bekommt\u2026\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich besch\u00e4ftigt war, diesen ausfindig zu machen, kam von der Polizei endlich der erl\u00f6sende R\u00fcckruf, dass nun ein J\u00e4ger auf den Weg zu uns sei. Inzwischen war eine Stunde vergangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kann es wirklich sein, dass das Jagdgesetz f\u00fcr derartige Notf\u00e4lle keine Ausnahmen vorsieht und schwer verletzten Tieren nicht geholfen werden darf, selbst wenn der zust\u00e4ndige J\u00e4ger nicht erreichbar ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das tats\u00e4chlich so ist, sollte sofort mit der Reparatur des Jagdgesetzes&nbsp; begonnen werden. Es kann doch nur in Jedermanns Interesse sein, dass unn\u00f6tige Tierqual verhindert wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Michaela Schaller<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">12.7.2021<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><a href=\"http:\/\/www.avg.com\/internet-security\"><\/a><\/td><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Odyssee um ein schwer verletztes Rehkitz \u2013 uns erreicht Ein Brief, der auch unser Ressort ber\u00fchrt. Rehe sind ja faktisch ziemlich artgerecht gehaltene Nutztiere. Das Schreiben lautet: An einem Samstagnachmittag Anfang Juni ereignete sich im Gemeindegebiet Hart bei Graz in unmittelbarer Grenzn\u00e4he zur Gemeinde Kainbach ein tragisches Ungl\u00fcck. 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