{"id":945,"date":"2021-06-07T20:53:41","date_gmt":"2021-06-07T20:53:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=945"},"modified":"2021-06-15T11:54:01","modified_gmt":"2021-06-15T11:54:01","slug":"lch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=945","title":{"rendered":"Milch"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 1. Juni war Welt Milch Tag. Wie steht es aus Tierschutzsicht um die Milch? Quantitativ ist der Anteil der Milchk\u00fche und ihrer Kinder an den Tierschlachtungen insgesamt in \u00d6sterreich sehr gering. Von den j\u00e4hrlich rund 90 bis 100 Millionen Schlachtungen warmbl\u00fctiger Lebewesen (einschlie\u00dflich Legehennen-K\u00fcken) entfallen nur rund 500.000 bis 600.000 auf K\u00fche und ihre K\u00e4lber, also nur etwas mehr als 1\/2 %. Auch was fragw\u00fcrdige bis qu\u00e4lerische Haltung betrifft geht es den K\u00fchen \u201eim Allgemeinen&#8220; besser als Schweinen und Mastgefl\u00fcgel. Das besagt nicht, dass nicht noch viel zu tun w\u00e4re. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Vorteil in \u00d6sterreich: Zweinutzungsrinder (Milch und Fleisch) \u00fcberwiegen, Extreme qu\u00e4lerische Hochzucht auf eine Sparte ist da nicht m\u00f6glich. &nbsp;Der Nachteil: Konsumenten k\u00f6nnen nicht w\u00e4hlen, in den Molkereien wird alles durcheinander gemischt. Der Ausweg: Bio-Milch. Hochgez\u00fcchtete reine Milchrassen und auch Anbindung im Stall sind da zwar nicht ausgeschlossen, doch regelm\u00e4\u00dfiger Auslauf auf eine Weide sind meist und u.a. &nbsp;bei den Marken \u201e Zur\u00fcck zum Ursprung\u201c (Hofer) und \u201egr\u00fcne Kuh\u201c (Billa) sicher garantiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gro\u00dfes Problem bleibt jedoch ungel\u00f6st, die Behandlung der K\u00e4lber. Sie werden regelm\u00e4\u00dfig einige Tage nach der Geburt ihren M\u00fcttern &nbsp;weggenommen &#8211; Leid f\u00fcr Mutter und Kind &#8211;&nbsp;und getrennt mit Milchaustauschern aufgezogen oder &#8211; traurig &#8211; oft qualvoll ins Ausland zur Schnellmast exportiert. &nbsp;H\u00e4ufig werden sie dann als Kalbfleisch reimportiert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ginge auch anders: \u201eMuttergebundene K\u00e4lberaufzucht\u201c hei\u00dft das im Fachjargon. K\u00e4lbchen und Menschen teilen sich die Milch; es gibt da verschiedene in der Praxis bereits bew\u00e4hrte Systeme. Ein paar Dutzend Bauern arbeiten bereits danach und vermarkten die Milch meist am Hof. Nat\u00fcrlich muss die so gewonnene Milch etwas teurer sein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt sicher viele Menschen, die ein Herz f\u00fcr die kleinen K\u00e4lbchen und ihre M\u00fctter haben, &nbsp;ihnen Leid ersparen wollen und bereit sind, daf\u00fcr ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Sie k\u00f6nnen es nur nicht, weil es diese bessere Milch im Lebensmittelhandel nicht gibt. Warum nicht? Ein Blick aufs Freilandei: Das gibt es seit langen in den Superm\u00e4rkten, wenn auch in unterschiedlicher Qualit\u00e4t. Das war nicht immer so. Vor 40 Jahren mu\u00dfte man vergeblich in den Regalen suchen, es gab Batterie-Eier und sonst nichts. Manche &nbsp;Konsumenten murrten, doch weder Handel noch Landwirtschaftsinstitutionen zeigten das geringste Interesse. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es waren engagierte Tiersch\u00fctzerinnen &nbsp;und Tiersch\u00fctzer die das Eis brechen und mit viel Engagement und M\u00fche Bauern bewogen, sich der Hennen-Freilandhaltung zu widmen und Handelsketten dazu bringen konnten das teurere Ei in ihr Sortiment aufzunehmen. Und vor allem: sie konnten den Obmann eines gro\u00dfen Tierschutzvereins \u00fcberzeugen, dass nicht nur Hunde und Katzen, L\u00f6wen, B\u00e4ren und W\u00f6lfe sch\u00fctzenswert sind, sondern auch&nbsp;Legehennen. Die werbem\u00e4\u00dfige Unterst\u00fctzung durch einen so gro\u00dfen Verein war wichtiger Teil der Aktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden sich heute, 30-40 Jahre sp\u00e4ter wieder engagierte Tiersch\u00fctzerinnen und Tiersch\u00fctzer &nbsp;und ein gro\u00dfer Tierschutzverein finden, um K\u00fchen und ihren K\u00e4lbern zu helfen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEin kleiner Nachsatz: Die Aktivisten der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatten sich selbstverst\u00e4ndlich gefragt: w\u00e4re es nicht sinnvoller, gleich f\u00fcr vegane Lebensweise zu werben. Sie entschieden sich f\u00fcrs Freilandei, weil ein oder zwei Promille mehr Veganer oder strenge Vegetarier, wie man damals sagte, den H\u00fchnern kaum etwas gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist es nicht viel anders. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde Milchverzicht die Probleme l\u00f6sen. Allerdings ist Vegan immer noch ein Nischenthema. Seit rund zehn Jahren ist es laut im Gespr\u00e4ch, es gibt massenweise Veganes zu kaufen, doch die Zahl der Veganer weiterhin d\u00fcmpelt bei ein bis zwei Prozrnt. Das hilft den K\u00fchen auf absehbare Zeit wenig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erwin Lauppert, 7. Juni 2021<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. Juni war Welt Milch Tag. Wie steht es aus Tierschutzsicht um die Milch? Quantitativ ist der Anteil der Milchk\u00fche und ihrer Kinder an den Tierschlachtungen insgesamt in \u00d6sterreich sehr gering. 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