{"id":888,"date":"2021-03-08T18:52:05","date_gmt":"2021-03-08T18:52:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=888"},"modified":"2021-03-09T09:37:41","modified_gmt":"2021-03-09T09:37:41","slug":"muetter-rinder-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=888","title":{"rendered":"M\u00fctter, Rinder, Kinder"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;<em>Jetzt wird wieder in die H\u00e4nde gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt\u201c <\/em>&nbsp;&#8230; &nbsp; Im letzten Beitrag vermerkten wir resigniert: Muttergebundene K\u00e4lberaufzucht ist hierzulande ein Fremdwort. &nbsp;Die g\u00e4ngige Praxis: Das K\u00e4lbchen, wenn nicht gleich ins ferne Ausland deportiert, wird der Mutter weggenommen und muss in den Iglu, wie die winzige K\u00e4lberh\u00fctte im Fachjargon hei\u00dft. Die Mutter sofort zur\u00fcck in den Produktionsprozess, eine mit Kraftfutter gedopte auf H\u00f6chstleistung getrimmte Milcherzeugungsmaschine. Mutter gebundene Rinderaufzucht ist einfach nicht &#8222;in&#8220;.&nbsp;<br>Auch muttergebundene Kinderaufzucht \u2013 am Frauentag sei ein Blick \u00fcber die Stallt\u00fcr hinaus gestattet \u2013 scheint auch unter uns Menschen nicht so &#8222;in&#8220; zu sein. Nach mehr oder minder kurze Karenz die M\u00fctter schnell wieder zur\u00fcck in den Arbeitsprozess. Wenigstens lautet die Forderung am Frauentag &nbsp;&#8222;mehr Kinderkrippen&#8220; und nicht &#8222;M\u00fcttergehalt&#8220;. Zugegeben, unsere Vorzeigem\u00fctter an oberster Stelle, die Ministerinnen K\u00f6stinger und Zadic &nbsp;sind nicht auf z.B. 1.500 \u20ac M\u00fctttergehalt angewiesen. Mann mag die Dotation eines Ministeramtes zu hoch oder gemessen an der Verantwortung f\u00fcr zu niedrig halten, der ministerielle Monatslohn l\u00e4sst den Amtstr\u00e4ger jedenfalls nicht in Armut versinken. Dazu sind Ministerinnen privilegiert, Sie k\u00f6nnen ihr Baby mit ins B\u00fcro nehmen und nach Herzenslust stillen. Kein Sektionschef kann sie daran hindern. &nbsp;Supermarktkassiererinnen, Flie\u00dfbandarbeiterinnen Bus Lenkerinnen und die meisten anderen Berufst\u00e4tigen k\u00f6nnen das nicht und stehen auch einkommensm\u00e4\u00dfig nicht so g\u00fcnstig da.&nbsp;<br>Man k\u00f6nnte meinen, eine respektable finanzielle Hilfe als Zuschuss oder als Grundeinkommen w\u00fcrde viele M\u00fctter freuen. &nbsp;Doch schon der Gedanke an M\u00fcttergehalt &nbsp;emp\u00f6rt die meisten Frauen Aktivistinnen. Sie setzen auf die Kinderkrippe.&nbsp;<br>Zur\u00fcck zu unserem Metier, in den Stall und zu den Rindviechern. &nbsp;Nicht einmal die oberste der K\u00fche die Leitkuh darf anders als die Ministerin ihr Kind bei sich haben. Es wird ihr weggenommen wie allen anderen K\u00fchen weggenommen f\u00fcr immer. Sie kann es nicht abends aus dem Iglu abholen wie aus der Kinderkrippe. Zur Erl\u00e4uterung: Beim Rind hat die Evolution den Feminismus siegen lassen. Selbst in der nicht ungef\u00e4hrlichen Savanne f\u00fchrt die Herde eine Kuh, eine erfahrene; der Stier hat da nichts zu reden.<br>Also, Menschenm\u00fctter k\u00f6nnten, wenn sie wollten, zu M\u00fcttergehalt kommen. Doch sie bevorzugen die Kinderkrippe. F\u00fcr die Kuh Mutter bedeutet die Verbringung ihres Kindes in den Iglo so eine Art Kinderkrippe Schmerz und Leid, sie kann es aber nicht \u00e4ndern.<br>\u00c4ndern k\u00f6nnten es nur wir Menschen, wir Konsumentinnen und Konsumenten. Eine Kuh ist ein sensibles Wesen, die Trennung von ihrem K\u00e4lbchen ist f\u00fcr sie Qual.&nbsp;<br>\u00dcbrigens, in Deutschland ist das schon, etwas weiter im Raum Hamburg kann man schon seit Jahren in etlichen Superm\u00e4rkten Milch aus Betrieben mit muttergebundene K\u00e4lberhaltung kaufen. Vor eineinhalb Jahren hat Provieh, fr\u00fcher Verein gegen Tierqu\u00e4lerrische Massentierhaltung, &nbsp;zusammen mit dem DemeterVerband ein Siegel f\u00fcr solche Milch geschaffen. Wir zitieren aus der Vereins Aussendung:    <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinsames Leuchtturmprojekt mit den HeuMilch Bauern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>PROVIEH freut sich, die Pioniere der wesensgerechten kuhgebundenen K\u00e4lberaufzucht als \u201eNutz\u201ctierschutzverein zu begleiten und das Verbundprojekt \u201eKuh plus Kalb\u201c gemeinsam initiiert zu haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Demeter Erzeugergemeinschaft&nbsp;aus den Regionen Bodensee, Allg\u00e4u, Linzgau und Oberschwaben, die ihre Produkte regional und unabh\u00e4ngig vermarktet,&nbsp;praktiziert eine Milchwirtschaft nach h\u00f6chsten Tierwohlstandards. Die 31 zertifizierten Bio-Betriebe arbeiten nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft in einem geschlossenen System: Sie verf\u00fcgen nur \u00fcber so viele Tiere, wie es das Land hergibt und keine Tiere werden zu- oder verkauft. Die Rinder werden gem\u00e4\u00df ihren tierphysiologischen Anspr\u00fcchen gehalten: Als Wiederk\u00e4uer sind Rinder auf besonders rohfaserreiches Futter eingestellt. Der Name verspricht es schon, die Bauern sind HeuMilch-zertifiziert: Es werden ausschlie\u00dflich Gr\u00e4ser verf\u00fcttert. Im Sommer ist damit Weidegang f\u00fcr die K\u00fche selbstverst\u00e4ndlich und im Winter bekommen sie Heu gef\u00fcttert. Unphysiologischer Mais oder importiertes Sojaschrot sind f\u00fcr die Tiere tabu. Ein weiteres besonderes Merkmal: Die Rinder tragen bei den HeuMilch Bauern stolz ihre H\u00f6rner. Denn diese geh\u00f6ren zum Tier dazu!  <\/p>\n\n\n\n<p>Das Herz der Erzeugergemeinschaft ist jedoch die kuhgebundene K\u00e4lberaufzucht: Alle K\u00e4lber, m\u00e4nnlich wie weiblich, bleiben mindestens drei Monate bei ihren M\u00fcttern und verlassen auch zur Mast nicht den Hof. F\u00fcr die HeuMilch Bauern und f\u00fcr PROVIEH gilt: Keine halben Sachen \u2013 auch nicht bei den Bullenk\u00e4lbern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine integrative, herdengebundene sowie kuhgebundene K\u00e4lberaufzucht macht die HeuMilch Bauern zum idealen Leuchtturmprojekt f\u00fcr die gesamte Milchviehbranche.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Jetzt wird wieder in die H\u00e4nde gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt\u201c &nbsp;&#8230; &nbsp; Im letzten Beitrag vermerkten wir resigniert: Muttergebundene K\u00e4lberaufzucht ist hierzulande ein Fremdwort. &nbsp;Die g\u00e4ngige Praxis: Das K\u00e4lbchen, wenn nicht gleich ins ferne Ausland deportiert, wird der Mutter weggenommen und muss in den Iglu, wie die winzige K\u00e4lberh\u00fctte im Fachjargon hei\u00dft. 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