{"id":824,"date":"2020-11-28T19:36:48","date_gmt":"2020-11-28T19:36:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=824"},"modified":"2020-12-01T13:15:35","modified_gmt":"2020-12-01T13:15:35","slug":"kuhfladen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=824","title":{"rendered":"Kuhfladen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sich die Zeiten \u00e4ndern. Vor hundert Jahren konnten es Bauernkinder im kalten Herbst auf der Weide kaum erwarten: Wann kommt bei ihren K\u00fchen hinten endlich wieder einmal etwas heraus! In den dampfenden Kuhfladen lie\u00dfen sich die nackten F\u00fc\u00dfe so gut w\u00e4rmen. Heute beschwert sich ein Tierrechtler dass ihm die Verdauungsreste unserer Rindviecher denn Weg zum Berggipfel beschwerlich machten. Auch die reinen klaren Bergbacherln w\u00fcrden sie versauen. (Siehe &#8222;Krieg den Almen&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja mit den Exkrementen ist das so eine Sache. Auch mit unseren eigenen F\u00e4kalien, die wir Menschen unentwegt mehr oder auch minder gekl\u00e4rt nebst anderem Dreck und Gift so in die Gew\u00e4sser schicken, haben deren Bewohner nicht immer Freude. Manche macht das sogar so traurig, dass sie daran sterben. Still und stumm, wie es Fischen geziemt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Almen deckt jetzt der Schnee, da l\u00e4sst sich ohne Aufregung sachlich \u00fcber Almprobleme reden. Auch weil DDr. Balluch gerade vor ein paar Tagen eine Anzeige an die Beh\u00f6rden gerichtet hat: Landwirte w\u00fcrden auf Almen G\u00fclle spritzen. Das k\u00f6nnte ein Versto\u00df gegen das Wasserrechtsgesetz sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die skurrile Beanstandung von Kuhfladen k\u00f6nnen wir wohl beiseitelassen, ebenso wie die behauptete Diskriminierung von Dackeln und anderen Hunden durch Almk\u00fche. Ich glaube, es gibt wohl kaum einen echten Tierfreund, der Fladen und Hunde halber Rinder von den Bergwiesen vertreiben will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DDr. Balluch greift in seinem Pl\u00e4doyer gegen die Almwirtschaft aber auch ernste Probleme auf:<br>\u00dcberweidung: M\u00fcssen Tiere auf abgeweideten Fl\u00e4chen ohne Grashalm stehen und bekommen sie statt Gras Getreide, hat das nichts mehr mit Tierwohl zu tun. Wird das &#8222;Produkt&#8220;, ob Milch oder Fleisch, als Ergebnis der Speisung mit w\u00fcrzigen Almkr\u00e4utern verkauft, ist das au\u00dferdem schlichter Betrug am Konsumenten. Ist \u00dcberweidung Ausnahme oder Regel? Reichen die wasserrechtlichen Bestandsbeschr\u00e4nkungen? Offene Fragen.<br>Ein zweites Problem: Die hochgez\u00fcchteten Rinder werden zu schwer f\u00fcr die empfindlichen Almh\u00e4nge. Immer mehr Milch, immer mehr Fleisch aus den Tieren herauspressen, das geht nur mit immer mehr Kraftfutter, Getreide und mehr Gewicht.<br>Was sich nat\u00fcrlich auch auf ihre Ausscheidungen durchschl\u00e4gt. Hochzucht kann dar\u00fcber hinaus dazu f\u00fchren, dass Tiere gar nicht mehr weidetauglich sind, weil ihr Bewegungsapparat nicht mehr mittut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab und gibt verschiedene Initiativen , die dem entgegensteuern wollen und auch angeben, dass letztlich kleinere, nicht so hochgez\u00fcchtete Tiere, die weniger Kraftfutter, weniger Tierarzt brauchen, wirtschaftlicher sind, wie etwa die Initiative &#8222;neue Schweizer Kuh&#8220; (wir hatten vor einiger Zeit berichtet); die k\u00fcmmern aber eher dahin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Generell kann die Hochleistungzucht in der Nutztierhaltung zu Qualz\u00fcchtungen f\u00fchren, so sehr ausgepr\u00e4gt bei Gefl\u00fcgel. Aber auch beim Rind. Besonders betroffen sind hier Einnutzungsrassen (nur Milch, nur Fleisch).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Viehwirtschaft eine Trendumkehr zu erwarten d\u00fcrfte vergeblich sein. Abhilfe k\u00f6nnten wohl nur Initiativen der Tiersch\u00fctzerinnen und Tiersch\u00fctzer bringen, wie dies etwa beim Freilandei der Fall war. Leider scheint das Interesse sich hier zu engagieren, bei dem in Frage kommenden teils durchaus finanzstarken Vereinen nicht sonderlich gro\u00df zu sein.<br>Leider k\u00f6nnen Konsumenten im Supermarkt nicht w\u00e4hlen zwischen Milch von eher tierfreundlicheren nicht so hoch gez\u00fcchteten Rassen und anderen, auch nicht zwischen Milch von K\u00fchen, deren k\u00e4lbertierfreundlicher aufgezogen werden und solchen, deren Kinder auf schmerzliche Reise ins fernere Ausland m\u00fcssen. In den Molkereien wird alles zusammen gemischt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch zweierlei kann jeder, der nicht gerade vegan werden will, tun: Nur Milch mit dem Label eines renommierten Tierschutzvereins kaufen, z.B. dem wei\u00dfblauen Zeichen &#8222;TIERWOHL kontrolliert&#8220; (auf vielen &#8222;zur\u00fcck zum Ursprung&#8220;-Artikeln bei Hofer, und bei Handelsketten und auch Tierschutzvereinen immer wieder l\u00e4stig werden mit dem Wunsch nach mehr Auswahl bei Milch .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">E.L.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\"><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sich die Zeiten \u00e4ndern. Vor hundert Jahren konnten es Bauernkinder im kalten Herbst auf der Weide kaum erwarten: Wann kommt bei ihren K\u00fchen hinten endlich wieder einmal etwas heraus! 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