{"id":760,"date":"2020-09-26T20:22:12","date_gmt":"2020-09-26T20:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=760"},"modified":"2021-01-17T16:59:35","modified_gmt":"2021-01-17T16:59:35","slug":"krieg-den-almen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=760","title":{"rendered":"Krieg den Almen?"},"content":{"rendered":"\n<p>Latschen und Wald statt Almwiesen, Rinder und Schafe zur\u00fcck ins Tal, forderte k\u00fcrzlich nicht irgendwer, nein der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) DDr. Balluch. Almweide ist ziemlich der einzige Lichtblick, der wenigstens einem kleinen Teil der Rinder im meist artwidrig trostlosem Leben zuteil wird. Interessant, so eine Forderung aus dem Mund eines radikalen Tierrechtlers?<br>Weshalb? Es ist eine lange Beschwerdeliste gegen Almbauern und ihre K\u00fche, die der VgT-Obmann da zusammengestellt hat. Man kann sie nachlesen s.u., doch seine Hauptmotive sind zwei: mehr Raum f\u00fcr Wildtier und mehr Wald\/Latschen f\u00fcrs Klima.&nbsp;<br>Zum Ersten: Wir m\u00fcssen den Wildtieren Lebensraum zur\u00fcckgeben, meint Balluch. Wir haben sie an den Rand gedr\u00e4ngt, sie dezimiert, viele ausgerottet.&nbsp;Traurig. Nur, die Almlandschaft zeichnet sich In Flora und Fauna durch h\u00f6here Diversit\u00e4t aus als Latschendickicht. Was br\u00e4chte das dem Wildgetier? Es ist seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden Almvieh gew\u00f6hnt. Was es f\u00fcrchtet und vertreibt, ist wohl eher der \u00fcberbordende quasindustrielle Fremdenverkehr, Skizirkus, Seilbahnen etc., Mountainbiker, frei laufende Hunde &#8211; und der Wolf.<br>Der Wolf. Liegt da der Keim f\u00fcr den Angriff auf die Almk\u00fche und Schafe? Der VgT-Obmann ist bekanntlich mit Leib und Seele Wolfsfreund. Landwirte m\u00f6gen den Beutegreifer nicht, verst\u00e4ndlich. So wie St\u00e4dter daheim in der Wohnung keine Hausratten haben m\u00f6chten, m\u00f6gen die auch vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste stehen und sch\u00fctzenswert sein. Eine Retourkutsche? Wenn ihr Bauern wolfsfreie Zonen verlangt, dann fordern wir Wolfsfreunde eben kuh- und schafsfreie Gebirge. Damit das ewige Gejammer \u00fcber gerissene Schafe endlich aufh\u00f6rt.<br>Zum zweiten Punkt: Wenn die f\u00fcr unser Klima so wichtigen Regenw\u00e4lder schwinden, m\u00fcssen wir &#8211; meint Balluch &#8211; eben in Europa mehr Wald schaffen.<br>M\u00f6gen Latschen statt Almwiesen dem Weltklima helfen oder nicht &#8211;&nbsp;der Vorschlag klingt ein wenig nach Kirche ums Kreuz tragen statt das Kreuz um die Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regenwald pachten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum bem\u00fcht sich Europa nicht ernstlich um den Sch\u00fctz der Tropenw\u00e4lder. Derzeit, so der Eindruck, besteht unsere Politik darin, den brasilianischen Pr\u00e4sidenten einen rechtsradikalen oder sonst was B\u00f6ses zu schimpfen und im \u00dcbrigen eifrig Produkte voller Palm\u00f6l zu kaufen. Und fr\u00f6hlich Soja aus gerodeten Urwaldfl\u00e4chen zu importieren. F\u00fcr unsere Mastschweine. Denn: Das Schnitzel muss billig bleiben. Und die EU tut noch was dazu und ist gerade dabei, mit S\u00fcdamerika ein neues Abkommen f\u00fcr noch mehr Freihandel abzuschlie\u00dfen (s.u.).\u00a0Regenwald pachten? Wir in Europa sind reich geworden. Weil wir vereinfacht gesagt, im Lauf der Zeiten die W\u00e4lder gerodet und Kulturland geschaffen haben. \u00c4cker, St\u00e4dte, Industrie. Die in \u00e4rmeren Gegenden m\u00f6chten das jetzt auch und da sind wir b\u00f6se? Tst das nicht ein bisserl egoistisch. Wenn uns die Tropenw\u00e4lder wirklich so teuer sind, warum lassen wir sie uns nicht etwas kosten? Ein ganz kleines Eckerl von dem, was wir haben. Ein halbes Prozent unseres Einkommens zum Beispiel. Das w\u00e4ren in der EU etwa hundert Milliarden \u20ac j\u00e4hrlich  Als Pachtzins f\u00fcr Wald beispielsweise oder andere geeignete Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Bev\u00f6lkerungswachstum &#8211; einfach zuschauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ursache der stetigen Entwaldung, meint auch Balluch, ist das enorme Bev\u00f6lkerungswachstum. Ist die Einwohnerzahl in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern meist nur etwa um die H\u00e4lfte gewachsen, ist es in Afrika mehr oder minder das zehnfache. Das nagt nat\u00fcrlich auch an den Urw\u00e4ldern. Und l\u00e4sst Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me nach Europa \u00fcberschwappen. Interessanterweise l\u00e4sst das unsere Politiker gleichg\u00fctig. Oder meinen sie vielleicht da kann man halt nichts machen, denn die Kinder bringt der&nbsp;Storch und der steht unter Naturschutz? Das Fl\u00fcchtlingswesen mit all seinen Folgeerscheinungen kostet Europa viele viele Milliarden. W\u00e4re es nicht sinnvoll der Ursachenbek\u00e4mpfung Augenmerk zu schenken? Wenn man nur wollte, lie\u00dfe sich mit ausreichenden Geldmitteln da viel erreichen.<br>Erwin Lauppert <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;27.9.2020<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/www.regenwald.org\/news\/9842\/mercosur-eu-freihandel-als-brandbeschleuniger?mtu=499853101\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p> Anmerkungen <\/p>\n\n\n\n<p>DDr.Balluch meint, man k\u00f6nnte ja das Almvieh im Talweiden lassen. Leider ist das unter den gegebenen agrarischen Verh\u00e4ltnissen nur ein  frommer Wunsch. Auch sein Bestreben, alle sollten vegan  werden, das w\u00fcrde alle Probleme l\u00f6sen, . ist  noch fern der Erf\u00fcllung. Seit eineinhalb Jahrhunderten  bem\u00fchen sich Idealisten, ob organisiert oder nicht darum. &#8211; Fr\u00fcher strenge Vegetarier genannt, jetzt Veganer. Obwohl es jetzt fast einen Vegan-Hype gibt, liegt die Veganerzahl immer noch bei ein bis zwei Prozent der Bev\u00f6lkerung, und das mit gro\u00dfer Fluktuation.  Das bringt den Nutztieren wenig. Balluch zeigt in seinen Artikeln (siehe unten) auch tats\u00e4chliche Missst\u00e4nde in der Almwirtschaft auf. Dazu mehr  demn\u00e4chst in einem weiteren Beitrag. Fakten zum Thema: Rund 40 Prozent der Gesamtfl\u00e4vhe \u00d6sterreichs  sind Wald, 20 Prozent Almen (Stand 2000).<\/p>\n\n\n\n<p>Freihandel  mit S\u00fcdmerika:<\/p>\n\n\n\n<p> https:\/\/www.regenwald.org\/news\/9842\/mercosur-eu-freihandel-als-brandbeschleuniger?mtu=499853101<\/p>\n\n\n\n<p>Artensterben:<\/p>\n\n\n\n<p> <blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"AqdY5a1hQ3\"><a href=\"https:\/\/wildbeimwild.com\/unkultur\/wildtierbestaende-weltweit-im-schnitt-um-zwei-drittel-zurueckgegangen\/40170\/2020\/09\/10\/\">Wildtierbest\u00e4nde weltweit im Schnitt um zwei Drittel zur\u00fcckgegangen<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Wildtierbest\u00e4nde weltweit im Schnitt um zwei Drittel zur\u00fcckgegangen&#8220; &#8212; WILD BEIM WILD\" src=\"https:\/\/wildbeimwild.com\/unkultur\/wildtierbestaende-weltweit-im-schnitt-um-zwei-drittel-zurueckgegangen\/40170\/2020\/09\/10\/embed\/#?secret=AqdY5a1hQ3\" data-secret=\"AqdY5a1hQ3\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>DD.Balluch:<\/p>\n\n\n\n<p>https:\/\/martinballuch.com\/ein-kritischer-blick-auf-almen\/https:\/\/martinballuch.com\/von-almen-und-der-zerstoerung-von-naturlandschaften\/https:\/\/martinballuch.com\/die-almhaltung-und-der-tierschutz\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Latschen und Wald statt Almwiesen, Rinder und Schafe zur\u00fcck ins Tal, forderte k\u00fcrzlich nicht irgendwer, nein der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) DDr. Balluch. Almweide ist ziemlich der einzige Lichtblick, der wenigstens einem kleinen Teil der Rinder im meist artwidrig trostlosem Leben zuteil wird. Interessant, so eine Forderung aus dem Mund eines radikalen Tierrechtlers?Weshalb? [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":778,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-760","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.umsvieh.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/almen.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=760"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/760\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":866,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/760\/revisions\/866"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}