{"id":687,"date":"2020-05-13T21:18:29","date_gmt":"2020-05-13T21:18:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=687"},"modified":"2020-05-17T00:20:26","modified_gmt":"2020-05-17T00:20:26","slug":"kuehe-und-wanderer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=687","title":{"rendered":"K\u00fche und Wanderer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Endurteil des OGH im Ti<\/strong>roler Kuhprozess: geteiltes Verschulden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sommer 2014 war eine 45j\u00e4hrige Urlauberin aus Deutschland mit ihrem angeleinten Hund auf einem viel begangenen Wanderweg  tn einem Tiroler Almtal von einer Mutterkuhherde angegriffen worden. Die Frau wurde zu Tode getrampet. Die Weide war nicht abgez\u00e4unt, doch hatte der Almbauer Hinweistafeln mit dem Text &#8222;Achtung Weidevieh! Halten Sie unbedingt Distanz, M\u00fctterk\u00fche sch\u00fctzen ihre K\u00e4lber \u2013 Betreten und Mitf\u00fchren von Hunden nur auf eigene Gefahr&#8220; angebracht. Solche Schilder waren nach einem fr\u00fcheren OGH-Urteil ivon der Landwirtschaftskammer empfohlen worden.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gatte und Sohn der Get\u00f6tetem forderten Schadenersatz im Gesamtwert von 490.000 \u20ac. Das Erstgericht erkannte, der Landwirt habe seine Pflichten als tierhalter verletzt und gab der Klage vollinhaltlich stattt, das Oberlandesgericht Innsbruck als Berufungsgericht ging dagegen im Vorjahr von einem 50 %igem Mitverschulden des Opfers aus. K\u00fcrzlich best\u00e4tigte der Oberste Gerichtshof das Berufungsurteil. DerGatte erh\u00e4lt demnach rund 54.000 \u20ac und eine monatliche Rente von 600 \u20ac, der Sohn 24.000 \u20ac  und 180 \u20ac monatlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anerkennung der Mitschuld der Touristin  ist  f\u00fcr die Weidehalter ein kleiner Lichtblick, \u00e4ndert aber wenig  an der allgemeinen Tendenz, st\u00e4dtischen  Anschauungen  gegen\u00fcber l\u00e4ndlichen Erfordrnissen  den Vorzug zu geben., wie dies etwa die Einb\u00fcrgerung der W\u00f6lfe zeigt. Die tiersch\u00fctzerisch  w\u00fcnschenswerte Freilandhaltung wird so immer kostspieliger  und schwieriger, und Bauern  w\u00e4hlen dann eben wieder die enge Stallhaltung. Das zeigt sich auch im wolfsgef\u00e4hrdeten Waldviertel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">EL  13.5.2020,   Nachtrag 16.5.2020:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie der ORF  Steiermarkheute meldet,  hat ein steirischer Landwirt einen zwei km langen Wanderweg  auf der Sommeralm (Bezirk Weiz) jetzt als Konsequenz auf das OGH-Urteil f\u00fcr Wanderer gesperrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endurteil des OGH im Tiroler Kuhprozess: geteiltes Verschulden. Im Sommer 2014 war eine 45j\u00e4hrige Urlauberin aus Deutschland mit ihrem angeleinten Hund auf einem viel begangenen Wanderweg tn einem Tiroler Almtal von einer Mutterkuhherde angegriffen worden. Die Frau wurde zu Tode getrampet. 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