{"id":276,"date":"2019-02-18T14:56:10","date_gmt":"2019-02-18T12:56:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umsvieh.at\/?p=276"},"modified":"2019-05-20T12:12:20","modified_gmt":"2019-05-20T12:12:20","slug":"wochenend-und-sonnenschein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=276","title":{"rendered":"Wochenend und Sonnenschein, &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; und&nbsp; dann mit dir im Wald allein: der Herrgott dr\u00fcckt ein Auge zu&nbsp; &#8230;.&#8220;,&nbsp; auch der Wolf? &nbsp; Als die Comedian Harmonists den Song (siehe YouTube) vor bald neunzig Jahren popul\u00e4r machten,&nbsp; gab es ihn bei uns noch nicht.&nbsp; Die Wolfssichtung am Wiener Bisamberg&nbsp; und&nbsp; die durch die Medien gegangene Videodokumentation&nbsp; eines Rehrisses n\u00e4chst einer Skipistee&nbsp; haben den Beutegreifer wieder einmal ins Gespr\u00e4ch gebracht . Zuzuschauen wie ein Wolfsartiger, nachdem er die Beute gegriffen hat, das&nbsp; Reh, w\u00e4hrend es noch lebt und immer wieder zu fliehen versucht, aufzuessen beginnt, ist nicht jedermanns Sache.&nbsp; <!--more--><br \/>\nDer eine oder andere Tierschutzverein hat sich zum Wolfsanwalt gemausert&nbsp; und k\u00e4mpft offensiv&nbsp; f\u00fcr den Graupelz.&nbsp;&nbsp; Vor allem,&nbsp; der Wolf sei f\u00fcr den Menschen keine Gefahr. So h\u00e4tten W\u00f6lfe eine&nbsp; zu Versuchszwecken am Boden liegende&nbsp; Biologin&nbsp; nur&nbsp; beschnuppert. Also Liebespaare,&nbsp; schmust ruhig&nbsp; im weichen Waldesmoos. Sollte euch ein hungriges Rudel pl\u00f6tzlich umringen, keine Panik, sie schnuppern nur.&nbsp; Dass die Beh\u00f6rden in Alaska&nbsp; dringend empfehlen, Kinder in Wolfsgebieten nicht allein an Bus-Haltestellen warten zu lassen, braucht euch nicht zu bek\u00fcmmern; wo ist schon Alaska.&nbsp; Die realit\u00e4tsfernen Amerikaner&nbsp; glauben wohl noch ans M\u00e4rchen vom Rotk\u00e4ppchen.<br \/>\nViel selektives&nbsp; Zahlenmaterial soll beweisen, wie selten Wolfsangriffe in Europa waren&nbsp; und sind.&nbsp; Kein Kunstst\u00fcck, wenn&nbsp; der Geselle&nbsp; in weiten Teilen Jahrhunderte lang&nbsp; praktisch ausgerottet war und wo nicht, gnadenlos verfolgt wurde.&nbsp; Vier t\u00f6dliche Wolfsangrife seit 1950&nbsp; geben die Verteidiger zu, relativieren aber: J\u00e4hrlich st\u00fcrben allein in Deutschland 500 Menschen an Fischgr\u00e4ten. Vielleicht sind&nbsp; Begegnungen mit gesottenen Fischen vielmillionenfach h\u00e4ufiger.<br \/>\nDoch nehmen wir&nbsp; einmal an, der Wolf ist f\u00fcr uns Menschen ungef\u00e4hrlich auch f\u00fcr kleine.&nbsp; Was ist mit Heim- und Weidetieren? Die Wolfsfreunde konzedieren: Haushunde m\u00fcssten nachts ins Haus, sonst w\u00fcrden sie aufgefressen. Weidetiere br\u00e4uchten selbstverst\u00e4ndlich Schutz, Wolfsschutzz\u00e4une oder Hirten und Herdenschutzhunde. Tr\u00e4ten trotzdem durch DNA-Analyse&nbsp; erh\u00e4rtete Tierverluste&nbsp; auf, w\u00fcrde sie der Staat bezahlen.&nbsp; Schlecht f\u00fcr die Steuerzahler, gut f\u00fcr die Bauern?&nbsp; Die bleiben auf den Schutzkosten und indirekten Tiersch\u00e4den sitzen. Das ist leider der entscheidende Punkt.&nbsp; Die Landwirte werden kalkulieren und ihre wertvollen Tiere lieber im Stall lassen. Ade sch\u00f6ne Freiheit.&nbsp;&nbsp; Kein Wunder, dass es vor allem Bauern sind, die sich \u00fcber den Einmarsch der W\u00f6lfe emp\u00f6ren.<br \/>\nNebenbei, ganz so sicher sind Wolfsz\u00e4une auch nicht.&nbsp; In den letzten Monaten gab es allein in Deutschland mehrere Versager, der schwerste Fall in der Oberlausitz (Sachsen): Eine mehr als normgerecht gesicherte Schafherde (150 tr\u00e4chtige Moorschnucken), f\u00fcrs Rasenm\u00e4hen in einer&nbsp;&nbsp; Naturschutzstation gehalten, wurde Opfer eines&nbsp; Wolfsrudels:. mehr als 40 Schafe tot, 80 versprengt.<br \/>\nDer Graupelz verzehre mehr Obst als Weidetiere, frohlocken seine Freunde plakativ. Die Hoffnung, &nbsp;er sei Halbvegetarier schwindet allerding, sieht &nbsp;man die realen Zahlen. Sein Speiseplan (laut Lausitzer Untersuchung): Wild (vorwiegend Reh) 96&nbsp; %, Obst 1,9&nbsp; %, Weidetiere&nbsp; 1,7 %. K\u00f6nnte dieser minimale Prozentsatz darin begr\u00fcndet sein, dass Bauern in Wolfsgebieten ihre Tiere vorsichtshalber lieber st\u00e4ndig im Stall gefangen halten?<br \/>\nSchlie\u00dflich argumentieren die&nbsp; Bef\u00fcrworter des R\u00e4ubers. Rund Zweidrittel&nbsp; oder gar Dreiviertel der \u00d6sterreicher sympatisieren&nbsp; mit dem Wolf oder begr\u00fc\u00dfen seine R\u00fcckkehr.&nbsp; Au\u00dfer im oberen Waldviertel. Dort t\u00f6nte dem Tierschutzlehrer eine erste Volksschulkasse einstimmg entgegen: Die W\u00f6lfe geh\u00f6ren get\u00f6tet. Doch diese Kinder m\u00fcssten indoktriniert worden sein.&nbsp; Nirgends sonst h\u00e4tte es so einen Ausbruch gegeben.&nbsp; Ja diese Hinterw\u00e4ldler. Oder k\u00f6nnte es vielleicht damit zusammenh\u00e4ngen, dass&nbsp; nirgends sonst in \u00d6sterreich st\u00e4ndig W\u00f6lfe leben?<br \/>\nEs l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich die Meinung vertreten,&nbsp; Kinder haben im Wald nichts verloren und Schwammerlsucherinnen vielleicht auch nicht; und Liebespaare&nbsp; raus aus der Natur und nachhause ins Bett.&nbsp; Der Wald geh\u00f6re den W\u00f6lfen, Und den J\u00e4gern; die brauchen sich ja mit ihrem Gewehr nicht zu f\u00fcrchten.<br \/>\nEs bleibt auch jedem unbenommen, W\u00f6lfe lieber zu haben als Rehe. Und es steht jedermann frei ein kleines Wolfsrudel wichtiger zu nehmen als den meist qualvollen Tod&nbsp; von 900 Rehen. (Das&nbsp; damals noch kleine Allentsteiger Rudel hatte 2017 rund 13500kg Wild get\u00f6tet; das entspricht etwa 900 Rehen. Rehe sind an sich meist Hauptmahrung von W\u00f6lfen. In Allentsteig verspeisten sie allerdings vorerst alle Mufflons und dann haupts\u00e4chlich Hirsche).<br \/>\nMan darf sich auch emp\u00f6ren,&nbsp; dass es die Beh\u00f6rde in Ausnahmef\u00e4llen erlaubt, W\u00f6lfe zu vergr\u00e4men, und man darf dagegen&nbsp; schweigen, wenn die Obrigkeit die B\u00fcrger verpflichtet, Ratten und M\u00e4use, hoch intelligente Tiere, mehr oder minder qualvoll zu t\u00f6ten.<br \/>\nUnd man&nbsp; kann&nbsp; den W\u00f6lfen zuliebe auch&nbsp; hinnehmen, dass Nutztire wieder eingepfercht in Massenst\u00e4llen ein trauriges Leben verbringen m\u00fcssen.<br \/>\nNur sollte man sich dann nicht &#8222;Anwalt <em>aller<\/em> Tiere&#8220; nennen. Sondern ehrlich Wolfslobbyist.<br \/>\n\u00dcbrigens, in Deutschland hat ein (ehemaliger) F\u00fcrst in seinen Waldungen eine Wisentherde angesiedelt, etwa im Dreil\u00e4ndereck Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz. Wer regt sich auf? Bauern aus der Umgebung.<br \/>\n<em>Erwin Lauppert<\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; und&nbsp; dann mit dir im Wald allein: der Herrgott dr\u00fcckt ein Auge zu&nbsp; &#8230;.&#8220;,&nbsp; auch der Wolf? &nbsp; Als die Comedian Harmonists den Song (siehe YouTube) vor bald neunzig Jahren popul\u00e4r machten,&nbsp; gab es ihn bei uns noch nicht.&nbsp; Die Wolfssichtung am Wiener Bisamberg&nbsp; und&nbsp; die durch die Medien gegangene Videodokumentation&nbsp; eines Rehrisses n\u00e4chst [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":405,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[66,185],"class_list":["post-276","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-herdenschutz","tag-woelfe"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.umsvieh.at\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Offterdinger_Rotkappchen_q.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=276"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":409,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions\/409"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}