{"id":20,"date":"2015-10-10T03:41:19","date_gmt":"2015-10-10T01:41:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umsvieh.at\/?p=20"},"modified":"2015-10-10T03:41:19","modified_gmt":"2015-10-10T01:41:19","slug":"einer-mutter-das-kind-wegnehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=20","title":{"rendered":"Einer Mutter das Kind wegnehmen?"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\">Das ist nicht sch\u00f6n. Doch es geschieht, 500.000 Milchk\u00fchen, jedes Jahr. Bald nach der Geburt werden die K\u00e4lbchen von ihren M\u00fcttern getrennt, wenn es gut geht im Inland aufgezogen, wenn es schlecht geht in Qualtransporten zur Schnellmast in s\u00fcdliche L\u00e4nder gekarrt.<!--more--> Oder gar, wie man von anderswo h\u00f6rt, einfach erschlagen: Das m\u00e4nnliche Kalb einer Milchrasse ist wertlos.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\">Wir haben wiederholt berichtet: Nicht wenigen Menschen ist das ein Gr\u00e4uel. Doch was k\u00f6nnen sie tun?. Die viel beschworene Macht der Konsumenten versagt. Die Verbraucher haben keine Wahl, d.h. man l\u00e4sst sie nicht w\u00e4hlen. Milch aus Betrieben, in denen das Kalb bei seiner Mutter bleiben darf, gibt es im Lebensmittelmarkt nicht. Bauern, die die nat\u00fcrlich aufwendigere so genannte muttergebundeneK\u00e4lberhaltung praktizieren \u2013 es gibt einige \u2013\u00a0haben finanziell nichts davon. Ihre Milch wird wenn \u00fcberhaupt von der Molkerei nur zum Normalpreis\u00fcbernommen und geht als Normalmich in den Handel. Ja, die Konsumentin und der Konsument d\u00fcrfen nicht einmal durch Kaufentscheidung verhindern, dass K\u00e4lbchen auf die lange traurige Elendsreise in die Ferne geschickt werden. Es gibt zwar unz\u00e4hlige Milchsorten und -marken in den Superm\u00e4rkten, doch \u00fcber das K\u00e4lberschicksal schweigen sie alle.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\"><b>Das Dilemma<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\">Nur eines k\u00f6nnen Menschen machen, denen es zuwider ist, andere Lebewesen qu\u00e4len zu lassen, auf Milch verzichten. Blo\u00df gibt es da \u2013 wir sagen nichts Neues \u2013 ein Dilemma. Verzichte ich auf Fleisch, auf Eier, schade ich keinem Tier. Esse ich kein Schweinsschnitzel mehr und genug andere tun es mir gleich, verschwinden einfach ein paar der vor den Blicken des Publikums abgeschirmten Massenst\u00e4lle, und bei Eiern ebenso.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\">Verzichten Menschen auf Milch, gibt es weniger K\u00fche und Rinderqual. Nur die Kuh ist wenigstens hierzulande meist nicht nur Milchgeber, sie ist zugleich auch Fleischlieferant. Und sie und ihre Nachkommen liefern viel Fleisch \u2013 so eine Zweinutzungskuh bringt 600kg, 800 kg auf die Waage. Die Kuhhaltung rentiert sich f\u00fcr den Bauern meist nur, so lange er aus Milch und Fleisch Erl\u00f6s erzielt, sonst gibt er auf. Fehlt das Rind auf dem Fleischmarkt, wird es ersetzt werden m\u00fcssen \u2013 die Fleischesser werden kaum auf Gem\u00fcseschnitzel umsteigen. Ersetzt wird es meist durch Schweine und Gefl\u00fcgel, und zwar durch eine Mehrzahl, einfach weil diese Tiere viel weniger wiegen. Wir k\u00f6nnen also durch Milchverzicht meist kein Ende sondern hur eine Verlagerung von Tierqual erreichen. Wie sich jemand entsheidet, liegt in seiner Verantwortung \u2013 Univ.Prof. Remele hat das Problem in der letzten Winternummer der<i> anima<\/i> aus ethischer Sicht beleuchtet. <span style=\"color: #2c3633\">Nur forcierter Fleischverzicht <\/span><span style=\"color: #2c3633\">br\u00e4chte <\/span><span style=\"color: #2c3633\">letztlich <\/span><span style=\"color: #2c3633\">eine<\/span><span style=\"color: #2c3633\"> befriedigende L\u00f6sun<\/span><span style=\"color: #2c3633\">g<\/span><span style=\"color: #2c3633\">. Wohl aber kann durch entsprechende Wahl von Milchprodukten die Lebenssituation <\/span><span style=\"color: #2c3633\">zwar nicht von K\u00e4lbern, doch die <\/span><span style=\"color: #2c3633\">von Milchk\u00fchen verbessert werden. (<\/span>Siehe Artikel &#8222;Konsumententipi zu Milch&#8220;).<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\"><span><b>Agrarb\u00fcrokratie: Nur jammern, nichts tun?<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\"><span>Die Milchbauern gehen auf die Stra\u00dfe, weil sie, <\/span><span>wenigstens die kleineren,<\/span><span> die <\/span><span>freie Marktwirtschaft, die Aufhebung der Milchquoten ruiniert. Da sollte man meinen, die Landwirtschaftsverantwortlichen w\u00fcrden freudig den Hinweis auf Marktnischen wie oben dargestellt a<\/span><span>u<\/span><span>fgreifen und sie initiativ f\u00fcllen. Leider, sie bleiben gleichg\u00fcltig.<br \/>\n(aus anima Herbst 2015)<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist nicht sch\u00f6n. Doch es geschieht, 500.000 Milchk\u00fchen, jedes Jahr. 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