{"id":1250,"date":"2024-07-03T13:28:13","date_gmt":"2024-07-03T13:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=1250"},"modified":"2024-09-17T12:32:03","modified_gmt":"2024-09-17T12:32:03","slug":"verwesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=1250","title":{"rendered":"Verwesung"},"content":{"rendered":"\n<p>Anfang M\u00e4rz wurde in einer Grazer Wohnung eine fast verweste m\u00e4nnliche Leiche in einem Rollstuhl gefunden. Vergessen? Ja &#8211; Nein (siehe unten).<\/p>\n\n\n\n<p>In Wohnungen vergessene oder verweste Menschen sind selten. Weit h\u00e4ufiger finden sich in Mastst\u00e4hlen tote Tiere, in Verwesung oder auch nicht. Investigative Tiersch\u00fctzerinnen oder Tiersch\u00fctzer bringen immer wieder solche F\u00e4lle ans Tageslicht. \u00dcblicherweise hei\u00dft es dann Ausnahme Fall oder schwarzes Schaf. Das scheint uns eher eine zu optimistische Erkl\u00e4rung. Tote Tiere in Massenst\u00e4hlen scheinen uns eher systemimmanent. Nutztiere sind meist auf Leistung hoch gez\u00fcchtet, nicht selten gesundheitssch\u00e4dlich. Unsere Nutztiere, namentlich Masth\u00fchner und Schweine werden regelm\u00e4\u00dfig im Kindesalter get\u00f6tet. Mit 4 oder 5 Wochen (H\u00fchner), um die 4 Monate (Schweine). F\u00fcr die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung einer Tierfabrik, vulgo Bauernhof, ist es gleichg\u00fcltig ob das Tier mit 6 Wochen bzw. 6 Monaten gesund w\u00e4re. Jeder Cent daf\u00fcr w\u00e4re unrentabel wenn der Konsument welchen Geschlechts auch immer am anderen Ende der Produktionskette im Supermarkt jeden Cent umdreht, muss das der Produzent auch tun. Der nat\u00fcrliche Todestag eines Tieres l\u00e4sst sich im Voraus schwer bestimmen es kann und wird daher rentabel sein etliche bereits vor dem Schlachttag sterben zu lassen, wenn ihre Erhaltung bis dahin teurer w\u00e4re. Da kann es sogar unter Umst\u00e4nden zu zeitaufwendig sein den Traktor vor einem daher gelaufenen Masthuhn anzuhalten. Unl\u00e4ngst gab es da in Graz einen Strafprozess. Es werden sich also in Mastst\u00e4hlen immer wieder tote Tiere finden. Da es nicht so leicht und vor allem auch kostenaufwendig ist St\u00e4lle mit tausenden, zehntausenden oder mehr Nutzvieh nach Gestorbenen zu durchsuchen wird es auch immer einmal ein in Verwesung \u00fcbergegangenes Tier geben. Man kann von der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung einer Tierfabrik nicht erwarten, dass sie jedes von den tausenden Gesch\u00f6pfen mit liebender Sorgfalt umhegt. Genau so wenig anzunehmen ist, dass der Mensch der am Schweinebraten kaut oder an der H\u00e4ndlbrust knappert seinen Teller mit Tr\u00e4nen des Mitleids \u00fcberschwemmt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Was k\u00f6nnen tierfreundlich gesinnte Menschen da tun? Die radikalste L\u00f6sung: kein Fleisch essen und auch keine Milch und Eier konsumieren, also Vegan leben. Nicht ganz so radikal nur auf das Fleisch zu verzichten, also (Lacto\/Ovo) vegetarisch leben. Man muss aber nicht einmal so weit gehen. Je weniger das &#8222;Schlachtprodukt&#8220; wert ist umso weniger wird im allgemeinen auf sein Befinden geachtet. Mit anderen Worten auf H\u00fchner schaut man wenig und auf Schweine auch nicht all zu viel doch Rinder finden wesentlich mehr F\u00fcrsorge. Unser Vorschlag also einfach wenn sie auf Fleisch nicht verzichten wollen, nur Rindfleisch essen. Damit reduzieren Sie die T\u00f6tung Warmbl\u00fctiger Tiere f\u00fcr den Fleischverzehr um gut 99%.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Eingang zitierten Verwesungsfall:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Medium publizierte, vor ein zwei Monaten, das Geheimnis um den verwesten toten Rollstuhlfahrer konnte nicht gel\u00f6st werden. Auf Anfrage bei unserer B\u00fcrgermeisterin Elke Kahr erhielten wir dagegen vom Amt folgende Mitteilung:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Im Auftrag der Frau B\u00fcrgermeisterin kann ich Ihnen zu dem sehr bedauerlichen Todesfall zu den Informationen, die uns im Sozialamt vorliegen, folgendes mitteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verstorbene lebte&nbsp; gemeinsam mit seiner betagten Mutter in einer Wohnung und beide kamen mit der Gestaltung ihres Lebensalltages \u00fcber viele Jahre sehr gut alleine zurecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sich der Gesundheitszustand der Mutter verschlechterte wurde \u00fcber die Amtssachverst\u00e4ndigen der Pflege des Sozialamtes ein Heimaufenthalt vom Dezember 2022 bis J\u00e4nner 2023 organisiert, aber ihr Zustand verbesserte sich wieder und sie kehrte nachhause zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem weiteren Krankenhausaufenthalt erfolgte die dauerhafte Unterbringung in einem Heim ab September 2023.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verstorbene wurde in der Zeit von September 2023 bis J\u00e4nner 2024 von einer Sozialarbeiterin des Sozialamtes nach der Unterbringung seiner Mutter im Heim dabei unterst\u00fctzt, um zur Absicherung seines Lebensunterhaltes eine Sozialunterst\u00fctzung zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Unterst\u00fctzung im Haushalt war damals durch einen vermittelten Dienst \u00fcber einen Verein der Behindertenhilfe organisiert, ein weiterer Unterst\u00fctzungsbedarf durch das Sozialamt wurde vom Verstorbenen nicht gewollt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ein Unterst\u00fctzungsangebot \u00fcber die Pflegedrehscheibe lehnte er ab und gab an, gut alleine zurechtzukommen. Er war in der Wohnung im Rollstuhl alleine mobil und er wurde von den Amtssachverst\u00e4ndigen der Pflege als sehr selbstbestimmt und klar orientiert wahrgenommen, er t\u00e4tigte Anrufe und E-Mails selbst\u00e4ndig. Die Kontaktdaten zum Sozialamt waren ihm bekannt und die Visitenkarten hinterlegt. Er wusste, dass er sich bei Fragen bei der Amtssachverst\u00e4ndigen der Pflege oder der Sozialarbeiterin melden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter des Verstorbenen hat auch eine Erwachsenenvertreterin.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Informationen wurden von uns auf Anfrage weitergeleitet, in welcher Art Medien dar\u00fcber berichten oder Informationen weitergeben, liegt nicht in unserem Einflussbereich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bedauern den einsamen Tod dieses Mannes sehr und versuchen im Rahmen unsere t\u00e4glichen Arbeit Vereinsamung entgegenzuwirken, es h\u00e4ngt aber auch davon ab, dass die Hilfestellungen und Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen des Sozialamtes von den Menschen angenommen werden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>3. Juli 2024<\/p>\n\n\n\n<p>Erwin Lauppert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang M\u00e4rz wurde in einer Grazer Wohnung eine fast verweste m\u00e4nnliche Leiche in einem Rollstuhl gefunden. Vergessen? Ja &#8211; Nein (siehe unten). 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