{"id":119,"date":"2017-12-17T08:01:35","date_gmt":"2017-12-17T06:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umsvieh.at\/?p=119"},"modified":"2017-12-17T08:01:35","modified_gmt":"2017-12-17T06:01:35","slug":"31-jahre-freilandei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=119","title":{"rendered":"31 Jahre Freilandei"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zur Insolvenz von Toni&#8217;s Freilandei.\u00a0\u00a0 <\/strong>Die Pleite der Freilandei- Ges.m.b.H- von Anton Hub,ann in Glein bei Knittelfeld , Obersteiermark, eines Unternehmens mit einem Marktanteil von 6 Prozent (laut Eigenangabe) beim Eier-Verkauf in den Lebensmittelm\u00e4rkten\u00a0 gibtAnlass zur\u00fcckzublicken: Wie kam das Freilandei in den Lebensmittelhandel?\u00a0<!--more--> Wir geben\u00a0 einen Artikel wieder, der vor sechs Jahren in der\u00a0 Tierrrechtszeitung\u00a0 anima\u00a0<em> <\/em>stand:<strong> <\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><em><span style=\"font-size: x-large\">25 Jahre Freilandei<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"left\">Also, der Titel ist grundfalsch. Das Freilandei als Konsumartikel ist nat\u00fcrlich viel \u00e4lter, hunderte oder tausende Jahre. Die H\u00fchner liefen frei herum auf den Bauernh\u00f6fen. Aber dann so vor einem halben Jahrhundert war es weg, das Freilandei, wenigstens aus den Regalen der Lebensmittelgesch\u00e4fte. Wie kam es dazu?<\/p>\n<p align=\"left\">Wir Menschen haben Beine, mit denen gingen wir einst und gehen heute noch. Das Huhn hat auch Beine, damit lief es wie schon gesagt auch einmal. Bis von den USA her die Rationalisierer kamen und fragten: wozu Beine, wozu Fl\u00fcgel, wozu Federn? Kostet alles nur Futter. Einen Eierstock braucht das Huhn, zum Eierlegen, das gen\u00fcgt. Ans\u00e4tze, den H\u00fchnern die Federn wegzuz\u00fcchten, gibt es Die Beine lie\u00dfen sich leider oder besser Gott sei Dank nicht wegrationalisieren, doch daf\u00fcr der Raum rundherum, das kam fast aufs selbe heraus: die K\u00e4figbatterie war geboren.<\/p>\n<p align=\"left\">Wie das Huhn wieder heraus und das Freilandei wieder in die Regale der Superm\u00e4rkte kam, bei uns in \u00d6sterreich vor 25 Jahren, m\u00f6chten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, erz\u00e4hlen.<br \/>\nEs brauchte ziemlich lang, bis das Publikum, das noch die idyllischen Bilder von Bauernh\u00f6fen alter Pr\u00e4gung vor Augen hatte, den Wandel zur K\u00e4figbatterie realisierte. Bahn brechend war die Engl\u00e4nderin Ruth Harrison, die 1964 das Buch Animals Machines herausbrachte und damit einer breiteren \u00d6ffentlichkeit die Augen \u00fcber die Zust\u00e4nde in der \u201eTierproduktion\u201c \u00f6ffnete. Langsam entstand eine Protestbewegung. Der durchs Fernsehen und B\u00fccher (Serengiti darf nicht sterben) bekannt gewordene Zoologe Professor Bernhard Grzimek pr\u00e4gte in den 70er Jahren den Begriff \u201eKZ-H\u00fchner\u201c. Prominente KZ-\u00dcberlebende stimmten ihm zu: eine treffende Bezeichnung. Auch der Zentralrat der Juden hatte nichts dagegen. Die einzigen die protestierten, waren die Gefl\u00fcgelbarone, die K\u00e4figbetreiber. Die zogen vor Gericht; doch sie verloren.<\/p>\n<p align=\"left\">In den 80er Jahren fanden langsam Bodenhaltungseier in die Lebensmittelm\u00e4rkte. Bodenhaltungsbetriebe (Bodenhaltung ist reine Stallhaltung ohne Auslauf) waren gro\u00dfteils von Tierschutzseite initiiert, spielten aber mengenm\u00e4\u00dfig eine geringe Rolle. Im Ausland entstanden z\u00f6gernd auch einige Freilandhaltungen, gr\u00f6\u00dfere mit Hennenzahlen \u00fcber 1000; in der Schweiz organisierte die KAG, die 1972 gegr\u00fcndete\u201eKonsumenten-Arbeits-Gruppe f\u00fcr tier- und umweltfreundliche Nutztierhaltung\u201c vorbildlich kleine Freilandhaltungen f\u00fcr den Markt.<br \/>\nNur in \u00d6sterreich tat sich bez\u00fcglich Freilandhaltung mehr oder weniger nichts, von wenigen Bauern abgesehen, die nach alter Tradition aus Kleinherden, meist nicht \u00fcber 100 Tiere, Eier ab Hof verkauften<\/p>\n<p align=\"left\">.<br \/>\nDie offizielle Meinung in Handel und Bauernkammer und bei den K\u00e4figei-Produzenten: Freilandei? Eine weltfremde Utopie, das rentiert sich nie.<br \/>\nAuch wir Tierschutz-Aktivisten in Graz setzten daher zuerst auf Bodenhaltung. Das Landwirtschaftsministerium hatte einem Gro\u00dfproduzenten einen Bodenhaltungsstall subventioniert. Unsere jungen Mitarbeiterinnen heulten, wenn sie dort hineinschauten, so traurig schaute es drinnen aus. Es ist ja tats\u00e4chlich zum Weinen: 12 Hennen in einem Neubau-WC \u00fcblicher Gr\u00f6\u00dfe, oder sogar 40 wenn man Regale einbaut; in einem Zimmer 4 mal 4 m 112 Hennen, mit eingebauten Etagen \u00fcber 400; oder \u00fcblicher, in einer niedrigen Halle von 30 mal 15 m \u00fcber 3.000 oder mit Etagen (Voliere) \u00fcber 12.000, alles ohne jeglichen Auslauf (Zahlen nach heute erlaubten Grenzwerten).<\/p>\n<p align=\"left\">Dazu eine Bemerkung:<br \/>\nEs ist leider so, dass die Eier-\u201eProduktion\u201c unter den heutigen Produktionsbedingungen den sofortigen Tod der m\u00e4nnlichen K\u00fcken bedeutet; sie werden wenige Tage nach dem Schl\u00fcpfen umgebracht. Auch die weiblichen H\u00fchner leben nicht lang, sie m\u00fcssen ca 11 bis 15 Monate als sogenannte Legehennen \u2013 es sind auf h\u00f6chste Legeleistung gez\u00fcchtete Hybridrassen \u2013 Eier legen, unerm\u00fcdlich Eier legen, mehr als 300 im Jahr. Dann sind sie unrentabel \u2013 das Futter kostet mehr als das Ei Geld bringt. Sie werden in Kisten gestopft, meist h\u00e4ndisch im Akkord, in Gro\u00dfbetrieben auch schon mittels einer Art Staubsauger, d.h. H\u00fchnersauger. Man kann sich vorstellen, dass da Verletzungen h\u00e4ufig sind. Nach qualvollem Transport Schlachtung. Die Kadaver kommen teils noch als Suppenh\u00fchner in die Gesch\u00e4fte, teils werden sie zur Tierfutter verarbeitet.<br \/>\nDas alles ist ziemlich allgemein bekannt, \u00e4ndert aber nicht, dass mehr als 99 % der Bev\u00f6lkerung bislang auf Eier nicht verzichten will. Der Einsatz f\u00fcr vegan-vegetarische Lebensweise, f\u00fcr Eiverzicht ist wertvoll, doch: Gesetzt den Fall einer sagt: Ich vergase keine Juden und auch sonst niemanden.<\/p>\n<p align=\"center\"><em><br \/>\n<strong>Ich vergase niemanden!<br \/>\nReicht das?<\/strong><\/em><\/p>\n<p align=\"left\">Der Ausspruch ist ethisch und politisch korrekt, nur haben Sie nicht auch das Gef\u00fchl, da fehlt etwas? Ich esse keine Eier; ist das genug? Der Verzicht Einzelner (es sind in England nach 67 Jahren Vegane Gesellschaft damals f\u00fcnf Promille der Bev\u00f6lkerung, bei uns 2 Promille, Anm.: jetzt\u00a0 1 bis\u00a0 2 Prozent), so wichtig er ist, er \u00e4ndert das Los der gro\u00dfen Masse der Legehennen nicht, wenigstens nicht in absehbarer Zeit.<br \/>\nNat\u00fcrlich \u00fcberlegten auch wir, sollen wir unsere Kr\u00e4fte auf Eiverzicht konzentrieren? Doch wir verwarfen das. Es ging nicht darum, m\u00fchsam eine kleine Elitegruppe zu sammeln, die H\u00fchner brauchten Hilfe.<\/p>\n<p align=\"left\">Da wird nat\u00fcrlich die Frage bedeutsam, welches Leben bieten wir den Legehennen w\u00e4hrend ihres kurzen Erdendaseins, wenn wir schon ihr tragisches Ende nicht verhindern k\u00f6nnen.<br \/>\n1986 lief die Subvention f\u00fcr den Bodenhaltungsstall aus und der Produzent schloss ihn als unrentabel. Da sagten wir (ein paar GrazerTierfreunde), versuchen wir es doch mit der Freilandhaltung. Sich f\u00fcr eine Haltungsform, die zum Weinen ist, einzusetzen, w\u00e4re doch nicht das Richtige.<br \/>\nUnsere Modellvorstellung war \u2013 mehr oder minder von der Schweizer KAG abgeschaut und wissenschaftlichem Rat folgend \u2013 tierschutzm\u00e4\u00dfig hochwertige Hennenhaltung blo\u00df als Zubrot f\u00fcr den Landwirt, je Bauer zwei bis vier Kleinherden von je knapp 100 H\u00fchnern \u2013 so viele Artgenossinnen kann sich eine Henne ungef\u00e4hr merken; das hilft interne K\u00e4mpfe vermeiden. Auch ist in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung noch echte Weidehaltung m\u00f6glich und auch das unvermeidliche Ende l\u00e4sst sich weniger qu\u00e4lerisch gestalten.<\/p>\n<p align=\"left\">Damals pflegten die Bauernfunktion\u00e4re zu jammern, wir haben nur die Urproduktion; die tr\u00e4gt nichts ein. An der Veredelung verdienen die anderen.<\/p>\n<p align=\"left\">Darauf fu\u00dfend schwebte uns vor: Der Tierschutz, in diesem Fall der Aktive Tierschutz Steiermark, ein Verein mit einer auflagenstarken Monatsschrift \u2013 sein Obmann Heribert Oster begeisterte sich f\u00fcr das Projekt \u2013 macht Konsumentenwerbung, die Landwirtschaftskammer organisiert Produktion und Vertrieb.<\/p>\n<p align=\"left\">Blau\u00e4ugig dachten wir, die Kammerleute w\u00fcrden freudig zugreifen; endlich k\u00f6nnten die Bauern selbst veredeln und daran verdienen. Das war falsch gedacht, es gab in der Kammer wohl einige Sympathisanten. Doch die Ma\u00dfgeblichen lehnten ab, die Abwehrhaltung der der K\u00e4figproduzenten war zu gro\u00df. Unser Versuch, den zust\u00e4ndigen Landesrat zu gewinnen, im Rahmen einer der vielen Landwirtschaftsschulen einen kleinen Lehr- und Musterstall einzurichten \u2013 zur Orientierung, wir wollten die Bauern nicht ins kalte Wasser springen lassen \u2013 schlug fehl. Auch risikofreudige Landwirte fanden wir vorerst nicht. Da kam uns die Katastrophe von Tschernobyl zu Hilfe. Pl\u00f6tzlich stand doch ein kleiner Bauer da und bat um Hilfe, aus Strahlenangst wollte niemand seine Freilandeier kaufen. Gemeinsam beschlossen wir nach einer kurzen Wartefrist zu testen: Wie reagieren die st\u00e4dtischen Konsumenten. Ein Lebensmittelmarkt, ein Zwei-Kassen-Betrieb dessen Kunde ich war, erkl\u00e4rte sich bereit mitzumachen und im Herbst 1986 \u2013 vor 25 Jahren \u2013 gab es die ersten Freilandpackungen im Regal; eher dilettantisch mit \u201eVon H\u00fchnern, die die Sonne sehen d\u00fcrfen\u201c bedruckt. Und siehe ohne besondere Werbung erzielte das doch erheblich teurere Ei einen Marktanteil von 15 bis 20 Prozent.<\/p>\n<p align=\"left\">Das gab uns Mut, es in etwas gr\u00f6\u00dferem Rahmen zu beginnen, mangels Unterst\u00fctzung der Bauernkammer alles mit eigener Kraft. Wir konnten \u2013 gegen Sperrfeuer der Bauernkammer &#8211; Bauern gewinnen und \u2013 wesentlicher Baustein \u2013 dank des Engagements des Aktiven Tierschutzes Stmk auch zwei Lebensmittelketten, Julius Meinl und Konsum.<\/p>\n<p align=\"left\">Allerdings, die ganze Organisation, die Infrastruktur mussten die Tierschutzaktivisten bew\u00e4ltigen, mit der bald zu diesem Zweck gegr\u00fcndete \u201eGesellschaft f\u00fcr humane Nutztierhaltung\u201c. Es war viel und harte Arbeit.<\/p>\n<p align=\"left\">Auch die Kontrolle, unverzichtbarer Bestandteil, fiel dem Tierschutz zu. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, beteiligten sich Bauern nicht aus Tierliebe sondern verst\u00e4ndlich um Geld zu verdienen, lieber mehr als weniger. Eine Methode, etwas mehr zu verdienen: Mehr H\u00fchner in den Stall als erlaubt. Eine wissenschaftliche Untersuchung in Schweizer Bodenhaltungen ergab bei einer zul\u00e4ssigen Bestandsdichte von 7 Hennen je m2 (bei uns waren nur 5 erlaubt) 8,2. Kein Witz: Kommt der Kontrollor auf den Hof: Sie haben frisch eingestallt? Wie viele denn? Brav sagt die Gro\u00dfmutter \u201e500\u201c, so viele durfte sie. Ruft ihr Enkerl, der f\u00fcnfj\u00e4hrige Franzi dazwischen: Na, Omi, 600 waren\u2019s.\u201c<\/p>\n<p align=\"left\">Ebenfalls 1987 begann in Wien eine Gruppe, die von Veterin\u00e4rmedizin-Studenten gegr\u00fcndete KT \u2013 Kritische Tiermedizin mit einem Freilandeier-Projekt. Anders als wir, aber gleich der KAG lie\u00dfen sie nur Greisler und Biol\u00e4den beliefern, da sie diese gegen die immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Handelsketten sch\u00fctzen wollten.<\/p>\n<p align=\"left\">Wir dagegen meinten \u2013 Greislersterben hin oder her \u2013 wir m\u00fcssen dorthin gehen wo das Gros der Konsumenten einkauft, in die Lebensmittelm\u00e4rkte. Das erwies sich als der richtige Weg. Unser Projekt \u2013 die Freilandeier kamen unter der Bezeichnung \u201eDas Freilandei \u2013 NATURlich von der Sonnenwiese\u201c in die Regale, war erfolgreich. Bald begannen andere es zu kopieren, selbst die Bauernkammer.<\/p>\n<p align=\"left\">Ein Ziel blieb mangels Kammerunterst\u00fctzung unerreicht, die Selbst\u00e4ndigkeit der meist kleinb\u00e4uerlichen Hennenhalter zu wahren und sie zu einer schlagkr\u00e4ftigen Genossenschaft zu vereinigen. Aus deren Kreis trat der Sehr-Gro\u00dfbauer Anton Hubmann hervor und schwang sich mit viel unternehmerischem Geschick mit der Eigenmarke \u201eToni`s Freilandeier\u201c zum f\u00fchrenden Gro\u00dfh\u00e4ndler empor. Die Kleinen wurden zu Zulieferern degradiert.<\/p>\n<p align=\"left\">Damit war allerdings das urspr\u00fcngliche Konzept, tats\u00e4chliche artgerechte Weidehaltung f\u00fcr alle H\u00fchner in Kleingruppen, nicht mehr zu halten. Der Gro\u00dfh\u00e4ndler fand Tierschutzvereine, die es billiger gaben und der Erh\u00f6hung der Hennenzahl je m2 zustimmten; H\u00fchnerhaltung wurde teils zum b\u00e4uerlichen Haupterwerb mit Best\u00e4nden von 2000, 3000 und mehr. Bei solchen Gr\u00f6\u00dfen kommt, wenn auch manch Positives eingef\u00fchrt wurde, h\u00e4ufig nur mehr ein Teil der H\u00fchner ins Freie und die T\u00f6tung wird problematischer.<br \/>\nVerwirrt wurden Konsumenten auch, weil einige Tierschutzvereine weiter f\u00fcr die fragw\u00fcrdige Bodenhaltung warben und ein gro\u00dfer Verein die von ihm beworbenen\u00a0 (etwas bessere( Bodenhaltung und\u00a0 Freilandhaltung gleichsetzte.<\/p>\n<p align=\"left\">Schlie\u00dflich wollten die gro\u00dfen Batteriehalter den Verlust von Marktanteilen nicht hinnehmen und erreichten bei der EU die Legitimierung quasi-industrieller Produktion, eine EU-Regel, die das Wort \u201eFreiland\u201c zur Farce machte. (Anm. Siehe die ganz unten wiedergegebene ARD-Aussendung vom Juli 2017)<br \/>\nDiesfalls\u00a0 \u2013 und hier sei Toni Hubmann Dank \u2013 konnte in \u00d6sterreich f\u00fcr einen Teil der Freilandeier zwar nicht der von uns angestrebte Tierschutzstandard gehalten werden, aber doch ein relativ hoher. Das Kontrollsiegel TiERSCHUTZGEPR\u00dcFT garantiert es.<\/p>\n<p align=\"center\">Darum:<br \/>\n<strong>Ei ? Besser kein\u2019s, doch wenn schon ein\u2019s<\/strong><strong><br \/>\ndann das Freilandei<\/strong><br \/>\ndoch nur mit dem Siegel \u201eTIERSCHUTZGEPR\u00dcFT\u201c<\/p>\n<p align=\"center\">Anm. jetzt auch das blaue Siegel\u00a0 TTERWOHL kontrolliert miit drei Hakerln\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.umsvieh.at\/2017\/03\/12\/neues-pruefzeichen-tierwohl-kontrolliert\/\">http:\/\/www.umsvieh.at\/2017\/03\/12\/neues-pruefzeichen-tierwohl-kontrolliert\/<\/a><\/p>\n<p align=\"right\"><em>Erwin Laupper<\/em>t<br \/>\nGesellschaft f\u00fcr humane Nutztierhaltung&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Soweit\u00a0 der Artikel.\u00a0 Unbestritten ist das Verdienst Toni Hubmanns, wesentlich zur Verbreitung\u00a0 von Freilandeiern mit h\u00f6herer Tierschutzqualit\u00e4t (nach dem Tiergerechtheitsindex\/Bartussek mindestens 28 Punkte) beigetragen zu haben, sowohl weil er viele Bauern gewonnen hat, sich den Hennen zu widmen\u00a0 als auch den Handel zu interessieren.\u00a0 Das zeigt aber bereuts das Dilemma, das mit zu seinem Sturz f\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Wie kann ich die Konsumenten dazu bringen, das tierschutzm\u00e4\u00dfig bessere ,und nat\u00fcrlich teurere\u00a0 Ei zu e\u00e4hlen, wie kann\u00a0 der Verbraucher erkennen, welches das bessere ist?\u00a0 Ja, das eine tr\u00e4gt das Zeichen &#8222;tierschutzgepr\u00fcft&#8220;, doch wer kennt es schon und findet es auf der Packung neben den anden siegelartigen Anpreisungen; und der Billigproduzent ist auch nicht faul und schm\u00fcckt seine Packung auch mit vielem h\u00fcbschen Tamtam. Da liegt jetzt eine 10er-Packung Freilandeier der Marke X\u00a0 und daneben eine 6er-Packung Toni&#8217;s Freilaneier und beid kosten 3,49 \u20ac. Welche wird die Kundin w\u00e4hlen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Hier kommen die gro\u00dfen Tierschutzvereine ins Spiel, oder leider besser gesagt sie bleiben drau\u00dfen. Werben sie f\u00fcr die besseren Eier, oder informieren sie in ihren Zeitschriften wenigstens \u00fcber die Unterschiede? In der Regel\u00a0 nein!\u00a0 Nicht\u00a0 einmal\u00a0 die k\u00e4mpferischen Aktivistnvereine tun es. Selbst wenn sie selber Tierschutzsiegel geschaffen haben. Ein schwer verst\u00e4ndliches Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Zum zweiten: Der Bauer wird und kann nur dann Eier besserer Qualit\u00e4t produzieren, d.h. seine Hennen besser halten, wenn er eine Abnahmegarantie hat. Die hat\u00a0 Hubmann seinen Bauern gegeben und das hat ihn mit ins Ungl\u00fcck gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Der dritte Punkt trifft die Eierbranche insgesamt. Sie steht unter zeitlichem Druck wie kaum eine andere. Jedes Ei muss sogleich mit dem Legedatum gekennzeichnet werden.\u00a0 Der Lebensmittelh\u00e4ndler darf sie nur binnen zwei Wochen verkaufen. Das hei\u00dft f\u00fcr den Produzenten: Ein Ei, dass ich nicht gleich verkaufen kann, verliert rasant seinen Wert, von Tag zu Tag. Das gibt es kaum in einer anderen Branche. Ob ich Textilien,\u00a0 Geschirr, andere Lebensmittel erzeuge, ich stehe nirgends unter olchem Zeitdruck, selbst Obst kann ich meist eine gewisse Zeit k\u00fchlen. Dazu kann der Hennenhalter die Produktion nicht stoppen. Schweine, H\u00fchner kann man allenfalls\u00a0\u00a0 ein paar Tage sp\u00e4ter schlachten oder tief frieren, den Milchfluss kan man zwar auch nicht stoppen doch, wenn der Frischmilchabsatz stockt, zu hochwertigen haltbaren Produkten veredeln. F\u00fcr den Ei-Produzenten bleibt allenfalls Eierlik\u00f6r und Eierteigware, doch auch das w\u00e4re ein enormer Wertverlust f\u00fcr hochwertige Eier.\u00a0 Kein Wunder, das\u00a0 der eine oder andere Eier-Produzent, den drohenden wirtschaftlichen Ruin vor Augen, der Versuchung ein bisserl zu schummeln erliegt. Doch den Legedatum-Aufdruck\u00a0 um einen , oder zwei Tage zu verschieben, ist\u00a0 strafrechtlich gesehen meist schwerer Betrug.\u00a0 Etliche Produzenten hat es berets erwischt.\u00a0 Ein Gr\u00f6\u00dferer in Nieder\u00f6sterreich\u00a0 erhielt mehrere Jahre Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Alles in allem, unser\u00a0 kapitaistisches Wirtschaftssystem macht es den Unternehmern\u00a0 nicht leicht, den Konsumenten nicht und auch den Arbeitnehmern nicht, schon gar nicht wenn die Legehennen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\" align=\"right\"><em>Erwin Laupper<\/em>t<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Aus\u00a0 der ARD-Ank\u00fcndigung zur Sendung (31.7.2017)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"right\">Die Eierl\u00fcge &#8211; Aus der Reihe &#8222;Exclusiv&#8220;. 2017<br \/>\nBio boomt und das schon seit langem. Gerade bei Eiern setzen viele Verbraucher darauf, dass sie aus biologischer oder zumindest aus Freilandhaltung kommen und sind bereit, daf\u00fcr einen deutlich h\u00f6heren Preis zu bezahlen. Bei kaum einem Produkt ist es leichter zu erkennen, woher es kommt \u2013 denn jedes Ei ist mit einem Code bedruckt, der genau Auskunft gibt, aus welcher Haltung das Ei kommt, sogar von welchem Bauernhof. Doch hat der Kunde damit wirklich die Sicherheit, dass das Bio- oder Freilandhuhn besser gehalten wurde, dass es tiergerechter aufgezogen wird und ein besseres, ein artgerechteres Leben hat?<br \/>\nDie &#8222;Report-Mainz&#8220;-Autoren Monika Anthes und Ed<br \/>\ngar Verheyen haben monatelang den Eiermarkt untersucht, auch die Herkunft der Importeier. Dabei haben sie viele Ungereimtheiten entdeckt und sind auf gravierende Missst\u00e4nde gesto\u00dfen: Zum Beispiel sind da Biobetriebe, in denen mehr als 20.000 H\u00fchner leben und die Ausma\u00dfe von industrieller Massenproduktion haben. Eier aus niederl\u00e4ndischen Freilandhaltungsbetrieben, die aber faktisch Bodenhaltungseier sind und falsch deklariert \u00fcber den Verkaufstisch gehen. In anderen St\u00e4llen werden die Tiere daran gehindert, nach drau\u00dfen zu gehen, dennoch werden die Eier als Freilandeier verkauft.\n<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Insolvenz von Toni&#8217;s Freilandei.\u00a0\u00a0 Die Pleite der Freilandei- Ges.m.b.H- von Anton Hub,ann in Glein bei Knittelfeld , Obersteiermark, eines Unternehmens mit einem Marktanteil von 6 Prozent (laut Eigenangabe) beim Eier-Verkauf in den Lebensmittelm\u00e4rkten\u00a0 gibtAnlass zur\u00fcckzublicken: Wie kam das Freilandei in den Lebensmittelhandel?\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,5],"tags":[13,49,61,69,156],"class_list":["post-119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-eier","tag-amm","tag-freilandei","tag-geschichte","tag-hub","tag-tonis"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=119"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umsvieh.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}