{"id":1082,"date":"2022-04-08T12:43:57","date_gmt":"2022-04-08T12:43:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=1082"},"modified":"2022-04-08T18:41:38","modified_gmt":"2022-04-08T18:41:38","slug":"eier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=1082","title":{"rendered":"Eier?"},"content":{"rendered":"\n<p>Ei? Besser kein\u2019s,&nbsp;doch wenn schon ein\u2019s,&nbsp;dann das Freilandei!&nbsp;Aber nur mit einem Tierschutzsiegel,&nbsp;das diesen Namen verdient.<\/p>\n\n\n\n<p>Z. B. das blau wei\u00dfe Zeichen \u201eTIERWOHL kontrolliert\u201c. Dieses Zeichen tragen die Bio-Freilandeier der Marke \u201ezur\u00fcck zum Ursprung\u201c in den Filialen der Handelskette Hofer.<br>Obiger Slogan, den unsere Gesellschaft f\u00fcr humane Nutztierhaltung vor 35 Jahren\u00a0gepr\u00e4gt hatte, gilt heute noch. Tierschutzlabels sind ein Kompromiss zwischen zwei Polen: was \u00a0br\u00e4uchte eine Henne und wie viel sind Konsumenten bereit zu zahlen.\u00a0Es h\u00e4tte wenig Sinn, so strenge Tierschutzauflagen zu dekretieren, dass sich f\u00fcr das dann unvermeidlich teure Ei kaum mehr K\u00e4ufer f\u00e4nden.\u00a0<br>Das Wildhuhn in den Urwaldgebieten S\u00fcdostasiens, von dem alle unsere Haush\u00fchner stammen, lebte meist in Gruppen bis zu 30 Tieren. Eine durchschnittliche Legehenne kann sich etwa 80 Artgenossen merken. \u00a0Das sollte eigentlich, um Zwist zu vermeiden, die Obergrenze f\u00fcr eine Herde, einen Stall sein.\u00a0<br>Vor dreieinhalb Jahrzehnten gab es in den Lebensmittelm\u00e4rkten nur mehr K\u00e4figeier. Damals konnten wir Tiersch\u00fctzer endlich wieder Bauern und Handelsketten finden, die das Risiko auf sich nahmen Freilandeier auf den Markt zu bringen. Diese kleinen Bauern hatten Herden von 100 oder 200 Hennen, an sich schon mehr als der Idealbesatz. Als das Freilandei beim Publikum Anklang fand, kamen bald andere Produzenten, die es mit \u00a0Gro\u00dfherden billiger gaben. Insbesondere Tonis Freilandeier aus Best\u00e4nden mit bis zu 2.000 Hennen unter teilt in F\u00fcnfhunderter-Gruppen. Gegen den Gro\u00dfbauern Toni hatten unsere kleinen Bauern keine Chance. Doch auch Toni mit seiner im Ganzen durchaus guten Tierschutzqualit\u00e4t ging \u00a0nach jahrzehntelangem Erfolg unter dem Konkurrenzdruck schlie\u00dflich unter.<br>6.000 Hennen in zwei aneinander gebauten technisch verbundenen St\u00e4llen mit einem Besatz von je 3.000 Tieren sind heute erlaubte H\u00f6chstgrenze bei Bio und dem folgend auch beim Tierwohl-Siegel \u2013 dieses zeichnet sich\u00a0ansonsten gegen\u00fcber den Bio-Richtlinien (\u00f6sterr. Bio-Verb\u00e4nde)\u00a0durch zahlreiche strenge Tierschutzauflagen aus.\u00a0<br>3.000 Hennen, das ist schon eine sehr problematische Gr\u00f6\u00dfe und eigentlich\u00a0nicht gerade das, was sich Konsumenten gemeinhin unter Bio vorstellen.<br>Doch nicht nur die Gr\u00f6\u00dfe macht Probleme. Vor 80 Jahren lautete das Zuchtziel f\u00fcr die bei uns damals weit verbreitete H\u00fchnerrasse Altsteirer im ersten Legejahr 180 Eier, im zweiten 150 und im dritten 120, alles sehr klein. Heute werden Hennen regelm\u00e4\u00dfig nach dem ersten Legejahr umgebracht und m\u00fcssen bis dahin rund 300 Eier legen, vorwiegend gro\u00dfe.\u00a0<br>Neben der sehr verk\u00fcrzten Lebenszeit gibt es noch einen weiteren traurigen \u00a0Punkt. \u00a0Aus jedem zweiten Ei schl\u00fcpft ein M\u00e4nnchen ein zuk\u00fcnftiger Hahn. Einst \u00a0wurden die H\u00e4hne gem\u00e4stet. Das ist heute unrentabel. Die heute im Eiersektor \u00fcblichen Hybridrassen sind auf Eierh\u00f6chstleistung gez\u00fcchtet und setzen viel zu langsam Fleisch an.\u00a0<br>Bis vor einigen Jahren wurden die m\u00e4nnlichen K\u00fcken auch bei Bio nach wenigen Tagen get\u00f6tet. Tiersch\u00fctzer-Proteste veranlassten nun die Bioverb\u00e4nde davon abzulassen, die M\u00e4nnchen erst nach 8-10 Wochen zu schlachten und das wenige angesetzte Fleisch \u2013 wenn auch kaum rentabel \u2013 zu verwerten.\u00a0<br>Auf Menschen bezogen hie\u00dfe das, nicht das Baby t\u00f6ten sondern erst acht- bis zehnj\u00e4hrige Buben. Bedenkt man, dass das Einfangen und Schlachten gr\u00f6\u00dferer lebhafter V\u00f6gel eine viel grausamere Prozedur ist als das T\u00f6ten kaum erwachter K\u00fcken, fragte sich, ob das neue System wirklich besser ist.<br>So viel zum Slogan \u201ebesser kein\u2019s\u201c.\u2018 Aus Tierschutzsicht empfiehlt es sich also auch zu Ostern beim Konsum von Eiern Ma\u00df zu halten.<br>Es wird immer \u00fcblicher, Ostereier nicht \u00a0mehr daheim zu f\u00e4rben \u00a0sondern bereits gef\u00e4rbte Eier zu kaufen. Auch hier sollte auf das Tierschutzzeichen geachtet werden..<br>Es gibt \u00fcbrigens einige Bauen mit besser gehaltenen Kleinherden, die ihre Eier in Hof Leben vermarkten.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Siehe auch Beitrag &#8222;Eine Million Importeier t\u00e4glich&#8220; https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=1079 <\/p>\n\n\n\n<p>Siehe auch den Beitrag \u201eMassent\u00f6tung\u201c&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=833\">https:\/\/www.umsvieh.at\/?p=833<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Team \u201aEs geht ums Vieh\u2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ei? Besser kein\u2019s,&nbsp;doch wenn schon ein\u2019s,&nbsp;dann das Freilandei!&nbsp;Aber nur mit einem Tierschutzsiegel,&nbsp;das diesen Namen verdient. Z. B. das blau wei\u00dfe Zeichen \u201eTIERWOHL kontrolliert\u201c. 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