31 Jahre Freilandei

Zur Insolvenz von Toni’s Freilandei.   Die Pleite der Freilandei- Ges.m.b.H- von Anton Hub,ann in Glein bei Knittelfeld , Obersteiermark, eines Unternehmens mit einem Marktanteil von 6 Prozent (laut Eigenangabe) beim Eier-Verkauf in den Lebensmittelmärkten  gibtAnlass zurückzublicken: Wie kam das Freilandei in den Lebensmittelhandel?  Wir geben  einen Artikel wieder, der vor sechs Jahren in der  Tierrrechtszeitung  anima  stand:

25 Jahre Freilandei

Also, der Titel ist grundfalsch. Das Freilandei als Konsumartikel ist natürlich viel älter, hunderte oder tausende Jahre. Die Hühner liefen frei herum auf den Bauernhöfen. Aber dann so vor einem halben Jahrhundert war es weg, das Freilandei, wenigstens aus den Regalen der Lebensmittelgeschäfte. Wie kam es dazu?

Wir Menschen haben Beine, mit denen gingen wir einst und gehen heute noch. Das Huhn hat auch Beine, damit lief es wie schon gesagt auch einmal. Bis von den USA her die Rationalisierer kamen und fragten: wozu Beine, wozu Flügel, wozu Federn? Kostet alles nur Futter. Einen Eierstock braucht das Huhn, zum Eierlegen, das genügt. Ansätze, den Hühnern die Federn wegzuzüchten, gibt es Die Beine ließen sich leider oder besser Gott sei Dank nicht wegrationalisieren, doch dafür der Raum rundherum, das kam fast aufs selbe heraus: die Käfigbatterie war geboren.

Wie das Huhn wieder heraus und das Freilandei wieder in die Regale der Supermärkte kam, bei uns in Österreich vor 25 Jahren, möchten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, erzählen.
Es brauchte ziemlich lang, bis das Publikum, das noch die idyllischen Bilder von Bauernhöfen alter Prägung vor Augen hatte, den Wandel zur Käfigbatterie realisierte. Bahn brechend war die Engländerin Ruth Harrison, die 1964 das Buch Animals Machines herausbrachte und damit einer breiteren Öffentlichkeit die Augen über die Zustände in der „Tierproduktion“ öffnete. Langsam entstand eine Protestbewegung. Der durchs Fernsehen und Bücher (Serengiti darf nicht sterben) bekannt gewordene Zoologe Professor Bernhard Grzimek prägte in den 70er Jahren den Begriff „KZ-Hühner“. Prominente KZ-Überlebende stimmten ihm zu: eine treffende Bezeichnung. Auch der Zentralrat der Juden hatte nichts dagegen. Die einzigen die protestierten, waren die Geflügelbarone, die Käfigbetreiber. Die zogen vor Gericht; doch sie verloren.

In den 80er Jahren fanden langsam Bodenhaltungseier in die Lebensmittelmärkte. Bodenhaltungsbetriebe (Bodenhaltung ist reine Stallhaltung ohne Auslauf) waren großteils von Tierschutzseite initiiert, spielten aber mengenmäßig eine geringe Rolle. Im Ausland entstanden zögernd auch einige Freilandhaltungen, größere mit Hennenzahlen über 1000; in der Schweiz organisierte die KAG, die 1972 gegründete„Konsumenten-Arbeits-Gruppe für tier- und umweltfreundliche Nutztierhaltung“ vorbildlich kleine Freilandhaltungen für den Markt.
Nur in Österreich tat sich bezüglich Freilandhaltung mehr oder weniger nichts, von wenigen Bauern abgesehen, die nach alter Tradition aus Kleinherden, meist nicht über 100 Tiere, Eier ab Hof verkauften

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Die offizielle Meinung in Handel und Bauernkammer und bei den Käfigei-Produzenten: Freilandei? Eine weltfremde Utopie, das rentiert sich nie.
Auch wir Tierschutz-Aktivisten in Graz setzten daher zuerst auf Bodenhaltung. Das Landwirtschaftsministerium hatte einem Großproduzenten einen Bodenhaltungsstall subventioniert. Unsere jungen Mitarbeiterinnen heulten, wenn sie dort hineinschauten, so traurig schaute es drinnen aus. Es ist ja tatsächlich zum Weinen: 12 Hennen in einem Neubau-WC üblicher Größe, oder sogar 40 wenn man Regale einbaut; in einem Zimmer 4 mal 4 m 112 Hennen, mit eingebauten Etagen über 400; oder üblicher, in einer niedrigen Halle von 30 mal 15 m über 3.000 oder mit Etagen (Voliere) über 12.000, alles ohne jeglichen Auslauf (Zahlen nach heute erlaubten Grenzwerten).

Dazu eine Bemerkung:
Es ist leider so, dass die Eier-„Produktion“ unter den heutigen Produktionsbedingungen den sofortigen Tod der männlichen Küken bedeutet; sie werden wenige Tage nach dem Schlüpfen umgebracht. Auch die weiblichen Hühner leben nicht lang, sie müssen ca 11 bis 15 Monate als sogenannte Legehennen – es sind auf höchste Legeleistung gezüchtete Hybridrassen – Eier legen, unermüdlich Eier legen, mehr als 300 im Jahr. Dann sind sie unrentabel – das Futter kostet mehr als das Ei Geld bringt. Sie werden in Kisten gestopft, meist händisch im Akkord, in Großbetrieben auch schon mittels einer Art Staubsauger, d.h. Hühnersauger. Man kann sich vorstellen, dass da Verletzungen häufig sind. Nach qualvollem Transport Schlachtung. Die Kadaver kommen teils noch als Suppenhühner in die Geschäfte, teils werden sie zur Tierfutter verarbeitet.
Das alles ist ziemlich allgemein bekannt, ändert aber nicht, dass mehr als 99 % der Bevölkerung bislang auf Eier nicht verzichten will. Der Einsatz für vegan-vegetarische Lebensweise, für Eiverzicht ist wertvoll, doch: Gesetzt den Fall einer sagt: Ich vergase keine Juden und auch sonst niemanden.


Ich vergase niemanden!
Reicht das?

Der Ausspruch ist ethisch und politisch korrekt, nur haben Sie nicht auch das Gefühl, da fehlt etwas? Ich esse keine Eier; ist das genug? Der Verzicht Einzelner (es sind in England nach 67 Jahren Vegane Gesellschaft damals fünf Promille der Bevölkerung, bei uns 2 Promille, Anm.: jetzt  1 bis  2 Prozent), so wichtig er ist, er ändert das Los der großen Masse der Legehennen nicht, wenigstens nicht in absehbarer Zeit.
Natürlich überlegten auch wir, sollen wir unsere Kräfte auf Eiverzicht konzentrieren? Doch wir verwarfen das. Es ging nicht darum, mühsam eine kleine Elitegruppe zu sammeln, die Hühner brauchten Hilfe.

Da wird natürlich die Frage bedeutsam, welches Leben bieten wir den Legehennen während ihres kurzen Erdendaseins, wenn wir schon ihr tragisches Ende nicht verhindern können.
1986 lief die Subvention für den Bodenhaltungsstall aus und der Produzent schloss ihn als unrentabel. Da sagten wir (ein paar GrazerTierfreunde), versuchen wir es doch mit der Freilandhaltung. Sich für eine Haltungsform, die zum Weinen ist, einzusetzen, wäre doch nicht das Richtige.
Unsere Modellvorstellung war – mehr oder minder von der Schweizer KAG abgeschaut und wissenschaftlichem Rat folgend – tierschutzmäßig hochwertige Hennenhaltung bloß als Zubrot für den Landwirt, je Bauer zwei bis vier Kleinherden von je knapp 100 Hühnern – so viele Artgenossinnen kann sich eine Henne ungefähr merken; das hilft interne Kämpfe vermeiden. Auch ist in dieser Größenordnung noch echte Weidehaltung möglich und auch das unvermeidliche Ende lässt sich weniger quälerisch gestalten.

Damals pflegten die Bauernfunktionäre zu jammern, wir haben nur die Urproduktion; die trägt nichts ein. An der Veredelung verdienen die anderen.

Darauf fußend schwebte uns vor: Der Tierschutz, in diesem Fall der Aktive Tierschutz Steiermark, ein Verein mit einer auflagenstarken Monatsschrift – sein Obmann Heribert Oster begeisterte sich für das Projekt – macht Konsumentenwerbung, die Landwirtschaftskammer organisiert Produktion und Vertrieb.

Blauäugig dachten wir, die Kammerleute würden freudig zugreifen; endlich könnten die Bauern selbst veredeln und daran verdienen. Das war falsch gedacht, es gab in der Kammer wohl einige Sympathisanten. Doch die Maßgeblichen lehnten ab, die Abwehrhaltung der der Käfigproduzenten war zu groß. Unser Versuch, den zuständigen Landesrat zu gewinnen, im Rahmen einer der vielen Landwirtschaftsschulen einen kleinen Lehr- und Musterstall einzurichten – zur Orientierung, wir wollten die Bauern nicht ins kalte Wasser springen lassen – schlug fehl. Auch risikofreudige Landwirte fanden wir vorerst nicht. Da kam uns die Katastrophe von Tschernobyl zu Hilfe. Plötzlich stand doch ein kleiner Bauer da und bat um Hilfe, aus Strahlenangst wollte niemand seine Freilandeier kaufen. Gemeinsam beschlossen wir nach einer kurzen Wartefrist zu testen: Wie reagieren die städtischen Konsumenten. Ein Lebensmittelmarkt, ein Zwei-Kassen-Betrieb dessen Kunde ich war, erklärte sich bereit mitzumachen und im Herbst 1986 – vor 25 Jahren – gab es die ersten Freilandpackungen im Regal; eher dilettantisch mit „Von Hühnern, die die Sonne sehen dürfen“ bedruckt. Und siehe ohne besondere Werbung erzielte das doch erheblich teurere Ei einen Marktanteil von 15 bis 20 Prozent.

Das gab uns Mut, es in etwas größerem Rahmen zu beginnen, mangels Unterstützung der Bauernkammer alles mit eigener Kraft. Wir konnten – gegen Sperrfeuer der Bauernkammer – Bauern gewinnen und – wesentlicher Baustein – dank des Engagements des Aktiven Tierschutzes Stmk auch zwei Lebensmittelketten, Julius Meinl und Konsum.

Allerdings, die ganze Organisation, die Infrastruktur mussten die Tierschutzaktivisten bewältigen, mit der bald zu diesem Zweck gegründete „Gesellschaft für humane Nutztierhaltung“. Es war viel und harte Arbeit.

Auch die Kontrolle, unverzichtbarer Bestandteil, fiel dem Tierschutz zu. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, beteiligten sich Bauern nicht aus Tierliebe sondern verständlich um Geld zu verdienen, lieber mehr als weniger. Eine Methode, etwas mehr zu verdienen: Mehr Hühner in den Stall als erlaubt. Eine wissenschaftliche Untersuchung in Schweizer Bodenhaltungen ergab bei einer zulässigen Bestandsdichte von 7 Hennen je m2 (bei uns waren nur 5 erlaubt) 8,2. Kein Witz: Kommt der Kontrollor auf den Hof: Sie haben frisch eingestallt? Wie viele denn? Brav sagt die Großmutter „500“, so viele durfte sie. Ruft ihr Enkerl, der fünfjährige Franzi dazwischen: Na, Omi, 600 waren’s.“

Ebenfalls 1987 begann in Wien eine Gruppe, die von Veterinärmedizin-Studenten gegründete KT – Kritische Tiermedizin mit einem Freilandeier-Projekt. Anders als wir, aber gleich der KAG ließen sie nur Greisler und Bioläden beliefern, da sie diese gegen die immer größer werdenden Handelsketten schützen wollten.

Wir dagegen meinten – Greislersterben hin oder her – wir müssen dorthin gehen wo das Gros der Konsumenten einkauft, in die Lebensmittelmärkte. Das erwies sich als der richtige Weg. Unser Projekt – die Freilandeier kamen unter der Bezeichnung „Das Freilandei – NATURlich von der Sonnenwiese“ in die Regale, war erfolgreich. Bald begannen andere es zu kopieren, selbst die Bauernkammer.

Ein Ziel blieb mangels Kammerunterstützung unerreicht, die Selbständigkeit der meist kleinbäuerlichen Hennenhalter zu wahren und sie zu einer schlagkräftigen Genossenschaft zu vereinigen. Aus deren Kreis trat der Sehr-Großbauer Anton Hubmann hervor und schwang sich mit viel unternehmerischem Geschick mit der Eigenmarke „Toni`s Freilandeier“ zum führenden Großhändler empor. Die Kleinen wurden zu Zulieferern degradiert.

Damit war allerdings das ursprüngliche Konzept, tatsächliche artgerechte Weidehaltung für alle Hühner in Kleingruppen, nicht mehr zu halten. Der Großhändler fand Tierschutzvereine, die es billiger gaben und der Erhöhung der Hennenzahl je m2 zustimmten; Hühnerhaltung wurde teils zum bäuerlichen Haupterwerb mit Beständen von 2000, 3000 und mehr. Bei solchen Größen kommt, wenn auch manch Positives eingeführt wurde, häufig nur mehr ein Teil der Hühner ins Freie und die Tötung wird problematischer.
Verwirrt wurden Konsumenten auch, weil einige Tierschutzvereine weiter für die fragwürdige Bodenhaltung warben und ein großer Verein die von ihm beworbenen  (etwas bessere( Bodenhaltung und  Freilandhaltung gleichsetzte.

Schließlich wollten die großen Batteriehalter den Verlust von Marktanteilen nicht hinnehmen und erreichten bei der EU die Legitimierung quasi-industrieller Produktion, eine EU-Regel, die das Wort „Freiland“ zur Farce machte. (Anm. Siehe die ganz unten wiedergegebene ARD-Aussendung vom Juli 2017)
Diesfalls  – und hier sei Toni Hubmann Dank – konnte in Österreich für einen Teil der Freilandeier zwar nicht der von uns angestrebte Tierschutzstandard gehalten werden, aber doch ein relativ hoher. Das Kontrollsiegel TiERSCHUTZGEPRÜFT garantiert es.

Darum:
Ei ? Besser kein’s, doch wenn schon ein’s
dann das Freilandei

doch nur mit dem Siegel „TIERSCHUTZGEPRÜFT“

Anm. jetzt auch das blaue Siegel  TTERWOHL kontrolliert miit drei Hakerln  http://www.umsvieh.at/2017/03/12/neues-pruefzeichen-tierwohl-kontrolliert/

Erwin Lauppert
Gesellschaft für humane Nutztierhaltung”

Soweit  der Artikel.  Unbestritten ist das Verdienst Toni Hubmanns, wesentlich zur Verbreitung  von Freilandeiern mit höherer Tierschutzqualität (nach dem Tiergerechtheitsindex/Bartussek mindestens 28 Punkte) beigetragen zu haben, sowohl weil er viele Bauern gewonnen hat, sich den Hennen zu widmen  als auch den Handel zu interessieren.  Das zeigt aber bereuts das Dilemma, das mit zu seinem Sturz führte.

Wie kann ich die Konsumenten dazu bringen, das tierschutzmäßig bessere ,und natürlich teurere  Ei zu eählen, wie kann  der Verbraucher erkennen, welches das bessere ist?  Ja, das eine trägt das Zeichen “tierschutzgeprüft”, doch wer kennt es schon und findet es auf der Packung neben den anden siegelartigen Anpreisungen; und der Billigproduzent ist auch nicht faul und schmückt seine Packung auch mit vielem hübschen Tamtam. Da liegt jetzt eine 10er-Packung Freilandeier der Marke X  und daneben eine 6er-Packung Toni’s Freilaneier und beid kosten 3,49 €. Welche wird die Kundin wählen?

Hier kommen die großen Tierschutzvereine ins Spiel, oder leider besser gesagt sie bleiben draußen. Werben sie für die besseren Eier, oder informieren sie in ihren Zeitschriften wenigstens über die Unterschiede? In der Regel  nein!  Nicht  einmal  die kämpferischen Aktivistnvereine tun es. Selbst wenn sie selber Tierschutzsiegel geschaffen haben. Ein schwer verständliches Phänomen.

Zum zweiten: Der Bauer wird und kann nur dann Eier besserer Qualität produzieren, d.h. seine Hennen besser halten, wenn er eine Abnahmegarantie hat. Die hat  Hubmann seinen Bauern gegeben und das hat ihn mit ins Unglück gestürzt.

Der dritte Punkt trifft die Eierbranche insgesamt. Sie steht unter zeitlichem Druck wie kaum eine andere. Jedes Ei muss sogleich mit dem Legedatum gekennzeichnet werden.  Der Lebensmittelhändler darf sie nur binnen zwei Wochen verkaufen. Das heißt für den Produzenten: Ein Ei, dass ich nicht gleich verkaufen kann, verliert rasant seinen Wert, von Tag zu Tag. Das gibt es kaum in einer anderen Branche. Ob ich Textilien,  Geschirr, andere Lebensmittel erzeuge, ich stehe nirgends unter olchem Zeitdruck, selbst Obst kann ich meist eine gewisse Zeit kühlen. Dazu kann der Hennenhalter die Produktion nicht stoppen. Schweine, Hühner kann man allenfalls   ein paar Tage später schlachten oder tief frieren, den Milchfluss kan man zwar auch nicht stoppen doch, wenn der Frischmilchabsatz stockt, zu hochwertigen haltbaren Produkten veredeln. Für den Ei-Produzenten bleibt allenfalls Eierlikör und Eierteigware, doch auch das wäre ein enormer Wertverlust für hochwertige Eier.  Kein Wunder, das  der eine oder andere Eier-Produzent, den drohenden wirtschaftlichen Ruin vor Augen, der Versuchung ein bisserl zu schummeln erliegt. Doch den Legedatum-Aufdruck  um einen , oder zwei Tage zu verschieben, ist  strafrechtlich gesehen meist schwerer Betrug.  Etliche Produzenten hat es berets erwischt.  Ein Größerer in Niederösterreich  erhielt mehrere Jahre Gefängnis.

Alles in allem, unser  kapitaistisches Wirtschaftssystem macht es den Unternehmern  nicht leicht, den Konsumenten nicht und auch den Arbeitnehmern nicht, schon gar nicht wenn die Legehennen sind.

Erwin Lauppert

Aus  der ARD-Ankündigung zur Sendung (31.7.2017)

Die Eierlüge – Aus der Reihe “Exclusiv”. 2017

Bio boomt und das schon seit langem. Gerade bei Eiern setzen viele Verbraucher darauf, dass sie aus biologischer oder zumindest aus Freilandhaltung kommen und sind bereit, dafür einen deutlich höheren Preis zu bezahlen. Bei kaum einem Produkt ist es leichter zu erkennen, woher es kommt – denn jedes Ei ist mit einem Code bedruckt, der genau Auskunft gibt, aus welcher Haltung das Ei kommt, sogar von welchem Bauernhof. Doch hat der Kunde damit wirklich die Sicherheit, dass das Bio- oder Freilandhuhn besser gehalten wurde, dass es tiergerechter aufgezogen wird und ein besseres, ein artgerechteres Leben hat?

Die “Report-Mainz”-Autoren Monika Anthes und Ed
gar Verheyen haben monatelang den Eiermarkt untersucht, auch die Herkunft der Importeier. Dabei haben sie viele Ungereimtheiten entdeckt und sind auf gravierende Missstände gestoßen: Zum Beispiel sind da Biobetriebe, in denen mehr als 20.000 Hühner leben und die Ausmaße von industrieller Massenproduktion haben. Eier aus niederländischen Freilandhaltungsbetrieben, die aber faktisch Bodenhaltungseier sind und falsch deklariert über den Verkaufstisch gehen. In anderen Ställen werden die Tiere daran gehindert, nach draußen zu gehen, dennoch werden die Eier als Freilandeier verkauft.

 

 

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